Wer singt betet doppelt

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Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, denn böse Menschen haben keine Lieder – so sagt ein weiser Spruch.

Singen macht zumindest froh, solange man singt, kann man nicht gleichzeitig an die Sorgen denken, den nächste Tag planen und und…..

Der Hl. Augustinus, der ja auf der Genderseite meist schlecht wegkommt, weil sein Frauenbild die Kirche bis heute negativ beeinflusst, sagte, und das gefällt mir gut: Wer singt betet doppelt.

Beim Singen kann man – natürlich wohldosiert –   „ die Sau raus lassen“ , Gefühle ausdrücken, in Erinnerungen schwelgen, träumen, lachen, weinen, usw. Wir hatten im Kirchenchor mal eine sprachbehinderte Dame, der jedes einzelne Wort schwer von den Lippen kam, nicht jedoch beim Singen. Und Singen können Männer und Frauen, nur die Stimmlagen heißen anders.

In unserer Pfarre gäbe es für Gesangesfreudige und solche die es werden wollen zwei Runden, zu denen ich Sie heute herzlich einladen möchte.

Da wäre mal der Kirchenchor, der sich jeden Montag um 19 Uhr 45 im Pfarrhof trifft. Wir singen vierstimmig und so sollte man Töne nachsingen und halten können. Vom Blatt müssen Sie nicht singen. Wir singen schöne Messen, Lieder für den Gottesdienst aber auch Weltliches quer durch den Gemüsegarten. Und je mehr wir wären, desto leichter fiele natürlich die Probenarbeit. Erst gemeinsam sind wir stark. Gendermäßig sind wir leider auf der Männerseite nicht so toll aufgestellt, also bitte : herzliche Einladung! Nach der Chorprobe gibt es meist noch ein gemütliches Beisammensein, auf alle Fälle wenn jemand aus unserer Runde Geburtstag hat.

Wenn Sie lieber einstimmig singen, wäre die Gesangsrunde – jeden 3. Mittwoch im Monat um 19 Uhr das richtige. Wir singen mit Gitarrebegleitung Wanderlieder, Moritaten, Volkslieder, Schlager, Oldies, Wiener Lieder, Stanzeln und vieles mehr. Und danach gibt es ebenfalls ein fröhliches Beisammensein. Beide Gruppierungen würden sich auf Sie/Dich freuen.

Am 22. Oktober feiern wir den Weltmissionssonntag. Heuer ist das Beispielland Kenia. Die Klimaerwärmung knechtet das Land, es wird immer wärmer, das Wasser ist knapp. Alles verdorrt – Hungersnot. Und es trifft wieder mal die Frauen und Mädchen noch härter als die Männer. Frauen und Mädchen holen Wasser und sie haben jetzt sehr lange Wege zum kostbaren Nass zurück zu legen. Frauen ernähren ihre Familien mit den Früchten des Ackerbaus, was sollen sie jetzt tun?

Um weniger von der Landwirtschaft abhängig zu sein, um sich neue Technologien leisten zu können, braucht es Bildung. Doch wenn die Tiere nun auf entfernte Weiden gebracht werden müssen und das Wasser von so weit zu holen ist, wird der Schulbesuch vor allem den Mädchen verwehrt. Die päpstlichen Missionswerke kämpfen mit einigen Bildungs- und Brunnenprojekten gegen die Not und auch die Genderungerechtigkeit an. Bitte helfen sie mit ihrer Spende, dass gut ausgebildete Mädchen und Burschen ihrem Land aus der Misere helfen können. Es ist leider noch Tradition junge Mädchen zu verheiraten, auch dann ist es mit der Schule aus. Dort wo über die Sinnhaftigkeit dieser Traditionen gesprochen wird, gibt es oft ein Umdenken, auch dies übernehmen Projektpartnerinnen von Missio.

Wenn Sie das Pfarrblatt in Händen halten, ist es bis zu Nationalratswahl nicht mehr fern. Und auch wenn der Bundeskanzler voraussichtlich männlich sein wird, dürfen wir annehmen, dass im Parlament auch viele Frauen sitzen und arbeiten werden. Die Gendergerechtigkeit schreitet also in unserem Land fort, auch die Chefin von Niederösterreich ist kein Landeshauptmann mehr sondern eine Landeshauptfrau. Wann wird es endlich in der Kirche Gerechtigkeit geben, ich würde mir dafür im Gottesdienst Fürbitten wünschen.

— Elisabeth „Sissi“ Eichinger

 

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