Genderseite/Meinung

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Wir blicken auf die olympischen Spiele zurück, die zeigen, dass Gleichberechtigung im Sport immer sichtbarer wird. Wir sahen Eishockeyspielerinnen und Schispringerinnen auf hohem Leistungsniveau und im Fernsehen durften Damen durch die Sportshows führen. Wir hörten leider auch wieder über Missbrauchsanschuldigungen im Sport, fast immer sind Frauen die Opfer.

Die Winterspiele führten uns nach Südkorea und dieses Land war vor 60 Jahren wegen seiner Spaltung und der tragischen Situation der Flüchtlinge der Ausgangspunkt für den Aufbruch der katholischen Frauenbewegung zu ihrem Engagement außerhalb der Landesgrenzen. Man wollte über den Tellerrand sehen und was man am zweiten Freitag in der Fastenzeit durch Suppenessen gespart hatte, spenden. Der Familienfasttag und danach der Suppensonntag waren geboren. Die Frauen merkten: teilen macht stark und spendet Zukunft. Bald flossen die Gelder auch in andere Länder und mit den Projektpartnerorganisationen wurden Frauen und ihre Familien wirtschaftlich, gesundheitlich, im Bildungsbereich und vor allem emotional unterstützt. Seit 1985 wird Gewalt gegen die Frauen besonders thematisiert und seit den 2000er Jahren wird auch versucht, Frauen   in der Politik Gehör zu verschaffen, weil nur so eine weltweite Gerechtigkeit entstehen kann.

Heuer ist das Schwerpunktland Kolumbien, wir haben ja schon eine hl. Messe dazu am Suppensonntag   gefeiert. Dieses Land, Jahrzehnte von Drogenmafiabossen finanzierten Bürgerkriegen gebeutelt,   startet nun in einen schwierigen Friedensprozess. Für Frauen, die im Krieg die Hauptleidtragenden waren und die unermüdlich im Kleinen schon mit dem Frieden machen begonnen hatten, war zuerst in der Politik kein Platz. In der kolumbianischen Familienstruktur ist eben der Mann der Macho. Doch mit Hilfe der Kfb und ihren kolumbischen Partnerorganisationen, bekamen die Frauen Selbstbewusstsein, und nun gibt es ein Umdenken. Ohne Frauen geht es nicht, mit den Frauen geht es leichter und besser. Dies haben übrigens viele Firmen weltweit schon geschnallt, dass eine Firmenstruktur, auf der Männer und Frauen auf Augenhöhe miteinander arbeiten, dem Erfolg und auch dem guten Klima am Arbeitsplatz sehr zuträglich ist.

Ich habe zu Weihnachten einen Roman über ein fiktives Konklave bekommen. Weil ja die Kardinäle darüber eigentlich nicht reden sollen, weiß ich also nicht, wie viel der Autor über die Abläufe einer Papstwahl erfunden hat. Einiges kam mir aber ziemlich wahrscheinlich vor. Frauen, und zwar Nonnen bedienen die Kardinäle, sitzen an der Rezeption des Gästehauses und werden eigentlich wie Luft behandelt . Wäre ich Nonne, wollte ich wirklich die Dienerin eines Kardinals sein, würde ich mich nicht zu etwas anderem berufen fühlen? Wenn die Spitze unserer Kirche so frauenlos ist, warum soll sich da einer der Herren Gedanken über die Frau in der Kirche machen, wie es ihr wohl geht in diesem ungerechten geschlossenen abgeschotteten Raum?

2002 ließen sich 7 Frauen auf einem Donauschiff von einem argentinischen Bischof zu katholischen Priesterinnen weihen. Lange haben sie gewartet, die meisten waren nicht mehr die jüngsten und weil es keinen Weg mit der offiziellen Kirche gab, haben sie diese Art der Weihe gewählt. Natürlich wurden sie exkommuniziert, aber wenn man den Ruf verspürt, was soll Frau tun. Die 7 haben gehandelt, Respekt vor ihrem Mut. Die Kirche hat ihre Macht ausgespielt, der Weiheort war keine Kirche sondern ein Schiff.   Jesus fuhr mit dem Schiff im Seesturm. Die Donaufrauen mussten sich damals auch wie in einem Sturm vorgekommen sein. War Jesus bei ihnen im Boot und hat ihren Herzenssturm gestillt, oder war er im Sturm, entrüstet mit den hohen Männern der Amtskirche und hat sie ordentlich durchgebeutelt? Nun untergegangen sind sie jedenfalls nicht. Ich würde es gerecht finden, wenn auf dem Schiff , das sich die Kirche nennt, und von seinem Kapitän Jesus durch die Zeit gelenkt wird ,Männer und Frauen Offiziere sein dürften. Die Amtskirche allerdings formuliert salbungsvoll, dass Mann und Frau zwar die gleiche Würde haben, aber verschiedene Aufgaben und so bleibt den Frauen der Matrosenjob.   – Elisabeth „Sissi“ Eichinger

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