Genderseite

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Es ist Mai, überall blüht und grünt es, doch wir wollen noch kurz Osterrückschau halten. Unser Herr Kardinal hat sich im Osterinterview in den Salzburger Nachrichten dazu bekannt, dass unsere Kirche Veränderungspotential hat. Und er hielt sich nicht mit der Frage zur Priesterweihe für verheiratete Männer   oder zu einem Höheren Frauenanteil an leitenden Positionen auf, sondern bekannte , dass eine der Kernfragen die Rolle der Frau in der Kirche sei und da hätten alle Religionsgemeinschaften Entwicklungsbedarf. Wie wahr! Natürlich könnte die Öffnung zu den Weiheämtern nur ein Konzil klären, der Papst am Schreibtisch könne das nicht. (Das verstehe ich schon, aber ich spüre, doch etwas Bewegung. Der Heilige Geist oder die Heilige Geistin tut doch.) Und dieses Konzil würde sich dann nicht nur mit der Weihe zur Diakonin befassen, sondern dann ginge es auch um das Priester- und Bischofsamt. Vorerst hat unser Papst der Jugend zugerufen, dass sie sich was trauen möge, sie sei die Zukunft der Kirche. Ich hoffe, sie traut sich auch unbequem zu sein. Der Papst und einige Bischöfe hören doch gut zu!

Anfang April erschien das Apostolische Rundschreiben Gaudete et exultate des Heiligen Vaters über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute. Ja jeder und jede hätte das Zeug zur Heiligkeit. Er meint: Bist du ein Gottgeweihter oder eine Gottgeweihte? Sei heilig, indem du deine Hingabe freudig lebst. Bist du verheiratet? Sei heilig, indem du deinen Mann oder deine Frau liebst und umsorgst, wie Christus es mit der Kirche getan hat. Bist du ein Arbeiter? Sei heilig, indem du deine Arbeit im Dienst an den Brüdern und Schwestern mit Redlichkeit und Sachverstand verrichtest. Bist du Vater oder Mutter, Großvater oder Großmutter? Sei heilig, indem du den Kindern geduldig beibringst, Jesus zu folgen. Hast du eine Verantwortungsposition inne? Sei heilig, indem du für das Gemeinwohl kämpfst und auf deine persönlichen Interessen verzichtest.

Er sagt nicht: bist du eine Frau, dann… oder bist du ein Mann, dann…. Denn was macht eine Frau, einen Mann aus, o.k. , da gibt es ein paar biologische Unterschiede, aber sonst? Vieles, was wir Männern oder Frauen zuschreiben ist hausgemacht, ist anerzogen, vermittelt uns die Werbung, ist Teil unserer Kultur und daher sehr hinterfragenswert. Was hat man Männern und Frauen nicht schon alles eingeredet und heute lächeln wir darüber, was hat man Männern und Frauen   angetan und man muss sich darüber schämen, vor allem, wenn wider allen besseren Wissens dies in manchen Ländern noch immer Gültigkeit hat.   Im schönen Mai wollen wir also Frauen und Männer in keine Schubladen stecken, jede und jeder soll so sein wie sie wollen und trotzdem den Mut zur Heiligkeit haben.

Viktor Frankl hat einmal gemeint: das Leben stelle Fragen und wir haben sie mit unseren Taten zu beantworten. Ob wir dabei heilig handeln, hängt davon ab, wie viel Heil davon ausgeht, meine ich. Letztendlich stehen wir mit unseren Taten dann vor Gott, nur er oder sie weiß dann ob wir es gut gemacht haben.

— Elisabeth Eichinger

 

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