Die Sakramente

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Die Taufe. Die Taufe wird auch als Eingangssakrament bezeichnet. Ursprünglich war es ein Reinigungsritual. Der Name machte mit der Zeit eine Verschiebung durch. Das ursprüngliche Wort kam aus dem Griechischen: baptizein (ein- oder untertauchen), da das Ritual mit dem Untertauchen verbunden war. In der Übersetzung ins Gotische, verwendete Wulfila (4. Jhdt.) das Wort: daupjan. Im Althochdeutschen wurde dafür das Wort „toufen“ verwendet. So wurde es im Neudeutschen zur „tauchen“ und daraus die Taufe. In der Bibel ist die Taufe im Nachtgespräch mit Nikodemus (Joh. 3,1-21) verankert, denn die Taufe des Johannes, des Täufers, war nur eine Busstaufe, kein Sakrament.

Ich möchte ein wenig einige Riten besprechen, für eine volle Besprechung bitte den zuständigen Taufspender befragen. Ursprünglich, in vielen Pfarren auch jetzt noch, beginnt die Taufe beim Eingang. Der Grund liegt in der Überlieferung. In der Urkirche durfte niemand hinein, der nicht getauft war oder eine schwere Sünde begangen hatte. Verantwortlich dafür  war der Torwächter. (Bis zum Ii. Vaticanum sogar eine niedere Weihe). Der Grund ist der, dass Gott voll wirken kann, weil keiner da war, der durch Sünde oder Unglauben stören konnte.

Dann beginnt die Befragung. Auch etwas aus der Urkirche. Hier geht es um zwei wichtige Gegebenheiten:1. Die Frage nach den Namen. Das ist nicht deswegen, weil der Taufspender den Namen vergessen hat. Sondern es drückt aus, dass hier zwei Personen das wichtigste sind: Gott (vertreten durch den Taufspender) und der Täufling (vertreten durch die Eltern und den Paten. In der Urkirche gab es nur die Erwachsenentaufe. Der Taufkanditat musste in der Schulung zeigen, dass er es ernst nimmt. Der Pate war damals der, der den Taufkanditaten geschult und geprüft hat. Heute haben wir meist die Kindertaufe. Und so kommt es zur zweiten wichtigen Gegebenheit: das Kleinkind kann den Ernst und die Wichtigkeit der Taufe nicht erfassen. So müssen seine Eltern und sein Pate für ihn gleichsam Bürgen, dass das Kind Jesus kennen und lieben lernt. (Fortsetzung folgt)

– Wilhelm Stetina, Diakon

 

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