Genderseite

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Eigentlich wären in meinen Erinnerungen anlässlich meines 60ers die 2000Jahre dran, aber aus gegebenen Anlass lesen Sie heute einen Exkurs .

Wir gedenken heuer des Endes des 1. Weltkrieges, der Gründung der ersten Republik und der Einführung des Frauenwahlrechtes vor 100 Jahren. Viele Festreden und Dokumentationen widmeten sich dem Thema. Eine Rednerin von damals sagte: die Hälfte der Welt gehört uns und daher ist es unser Recht zu wählen, Abgeordnete zu stellen und an der Gestaltung des Staates mitzuwirken. Wie wahr. Trotzdem dachte man daran, das Frauenwahlrecht erst ab 30 einzuführen und zwar nur das aktive. Aber zum Glück hat Mann sich damals anders entschieden. Heutige Rednerinnen verweisen, dass trotz der 100 Jahre Frauen in der Politik noch längst keine Gendergerechtigkeit in Österreich herrscht. Mit offenen Augen, Ohren und auch Herzen kann man dies leicht erkennen, aber es ist schon viel passiert.

Anders in der Kirche. Hier schmückt man sich zwar mit Vorzeigefrauen auf der Uni, in der Verwaltung und, und, aber dort , wo Kirche wirklich Politik macht, dort hat Frau nichts zu suchen. In einem Film über den Papst im 2. Weltkrieg, Pius XII., sagte er zu seiner rechten Hand, einer geistigen Schwester, die ihm in den Vatikan folgen wollte: im Vatikan hat eine Frau nichts verloren. Das war vor 80 Jahren, aber viel anders ist es jetzt auch nicht.

Unser Kardinal meint: zuhören wäre ganz wichtig. Auf das ist man jetzt gekommen. Ja hat man die letzten 2000 Jahre nie zugehört? Der Papst und die Bischöfe hören also seit der letzten Jugendsynode in Rom der Jugend zu. Sagten die jungen Frauen auch was, oder sind sie schon so frustriert vom ständigen Abwimmeln. In den Kirchenzeitungen habe ich nichts gelesen, dass man bei der Weltjugendsynode über die Frau in der Kirche viel gesprochen hätte.

Vielleicht doch irgendwann das Diakonamt? Das würde mich dann an die Idee des Wahlrechtes für Frauen ab 30, 1918 erinnern.

Frauen wird übel mitgespielt auf dieser Welt, sie werden vergewaltigt, verstümmelt, zwangsverheiratet, bevormundet usw. Da ist der geringere Arbeitslohn der Frauen in Österreich und das Mit gemeint sein in nicht gegenderten Texten wohl ein geringes Übel. Traurig ist, dass Religionen die Urheber der Frauenunterdrückung sind. Gegen Ideologien und Religionen ist auf dem Rechtsweg nichts zu machen. Religionen vertreten doch göttliches Recht. Doch wer formuliert das. Es sind fast immer Männer. Religionen sind abzulehnen, meinen viele liberal Denkende. Sie sind Schuld an den meisten Kriegen und sie verhindern eine partnerschaftliche Entwicklung der Gesellschaft. Das schaut so aus, aber wenn man sich die reine Lehre der Weltreligionen anschaut, so merkt man bald, dass nicht die Religionen selbst, sondern ihr Personal an den negativen Auswüchsen Schuld trägt. Der Religion bedienen sich viele, die ihre Machtansprüche durchsetzen wollen, weil eben – göttliches Recht.

Frauen gehört die Hälfte der Welt, meinte eine Frau 1918, Frauen sollte auch die Hälfte des Mitspracherechtes in den Religionen gehören, meine ich. Daher ist für katholische Frauen der Zugang zum Priesteramt unerlässlich. Frauen ticken als Gesamtheit eben anders als Männer und ein Miteinander würde viele Räume öffnen. Neue Ideen , neue Herangehensweisen, ein neues Kennenlernen der Geschlechter könnte entstehen. Da würde sich vieles auf der Welt ändern – ich hoffe zum Besseren.

– Elisabeth „Sissi“ Eichinger

 

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