Kaufrausch

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Liebe Gemeinde !

Brummt eh ganz gut, das Weihnachtsgeschäft, aber nicht über alle Kunden darf man sich freuen. Die Zahl der Kaufsüchtigen oder immerhin – gefährdeten : rasant gestiegen. Eine Meldung wundert sich darüber, dass so etwas möglich ist: erhöhte Fieberwerte im Kaufrausch, trotz Wirtschaftskrise. Wie passt denn das zusammen?

Das passt leider perfekt. Kaufsucht ist bekanntlich eine Krankheit wie Spielsucht, Nikotinsucht, Alkoholsucht. Wenn alle Alkoholkranken mit Logik und Verstand zu heilen wären! Super wäre das! Geht aber nicht. Klar merkt ein Kranker, dass ihm der Alkohol/das Nikotin/ das Spiel/das Kaufen nicht guttun.

Aber die Teufel wird man nicht so leicht los.

Größte Risikogruppe angeblich bei der Kaufsucht: junge Frauen (Mädchen holen übrigens bei Alkohol und Nikotin schrecklich auf).

Kaufsucht. Was für eine Krankheit ist das überhaupt? Muss mit Frust zu tun haben, mit enttäuschter Liebe und verletzten Gefühlen. Mit Gefühlen, nichts wert zu sein, und mit dem Versuch, sich ein wenig zu belohnen. Trauriger Zustand.

Ich kaufe, also bin ich. Glücklich für einen Moment oder ein paar Stunden. Der „Kater“ kommt gern schon auf dem Heimweg aus dem Shoppingcenter. Wozu brauche ich das? Und was wird die Bank dazu sagen?

Ein Aspekt der Kaufsucht, den sich vorerst noch niemand erklären kann: In Österreich sind doppelt so viele Menschen betroffen wie in Deutschland.

Weihnachten ist eine Hochrisikozeit für alle, die unter Kaufsucht leiden.

Dabei wäre gerade Weihnachten eigentlich ideal, um diese Krankheit zu bremsen. Mit etwas Liebe. Es darf auch ein bisschen mehr sein.

Dieses Defizit ist offenbar noch größer als die schwarzen Löcher auf vielen Konten.

© Renate Plöchl, 0676 31 38 390

 

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