Leben in oder aus der Vergangenheit

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Im Laufe meines Lebens sind mir immer wieder Menschen begegnet, die sehnsüchtig über ihre Vergangenheit gesprochen haben. Wie super früher so vieles war. Diese und jene Fernsehsendung. Die tollen Parties. Und diese Unbekümmertheit – seufz!

Vielleicht schwelgen auch wir manchmal in solchen Erinnerungen, besonders dann, wenn ein Jahr zu Ende geht. Hart formuliert: Die Vergangenheit erscheint immer dann sehr positiv, wenn man aktuell sehr unglücklich ist und wenig Zukunftspläne hat. Dann gleicht das eigene Leben einem Schiff, das untergeht. Und die Vergangenheit ist die Holzplanke, auf der wir uns festhalten.

Auch wenn unsere Vergangenheit schön war: Unsere Zukunft sollte in unserer Vorstellung immer interessanter aussehen als das Früher.

Natürlich ändern sich unsere Präferenzen. Genauso verliebt wie damals, genauso verrückt tanzen und feiern; das alles wird sich wahrscheinlich nicht mehr wiederholen und schon gar nicht steigern lassen. Trotzdem kann es neue Interessen und Pläne geben, die wir spannend finden, aufgrund derer wir uns wie früher aufs Wochenende freuen, die uns antreiben und manchmal tagträumen lassen. Das geht in jedem Alter. Wieder hart formuliert: So etwas muss es sogar geben, wenn wir (wieder ) glücklich sein wollen.

Der Blick zurück ist wie eine Droge. Zuerst das Glücksgefühl, dann die unangenehme Ernüchterung in der Gegenwart.

Lassen wir uns nicht verführen. Schauen wir im neuen Jahr nach vorne und entscheiden wir uns für ein Ziel, das wir demnächst erreichen wollen.

Dann sitzen wir wieder in einem Boot, statt resignierend in einem Meer voll unerfüllbarer Sehnsüchte zu treiben.

© Renate Plöchl, 0676 31 38 390

 

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