Gefühle statt Analyze

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Liebe Gemeinde!

Diesmal habe ich Weihnachten und den Jahreswechsel im tiefverschneiten Waldviertel verbracht.

In den Nordic walking-Pausen besuchte ich den einen oder anderen Vortrag im HKZ Groß Gerungs.

Eine Psychotherapeutin leitete ihren Vortrag mit folgendem Bonmot ein: Fragt die Ameise den Tausendfüßler: „Wie machst du das mit so vielen Beinen, damit du nicht durcheinander kommst?“ Antwortete der Tausendfüßler: „Gute Frage, hab noch nie darüber nachgedacht.“

Würde er jetzt anfangen, darüber nachzudenken, würde er: hinfallen.

Dieses Beispiel zeigt, dass es oft besser ist, nicht über alles nachzudenken.

Wir überschätzen oft unsere Denkleistung und glauben, alles noch weiter damit optimieren zu können. Zum Lernen neuer Tätigkeiten ist unser Denkapparat natürlich wichtig. Das war beim Autofahren und auch bei allen anderen neuen Aufgaben so. Aber sobald Abläufe und Prozesse sitzen, ist weiteres Nachdenken darüber hinderlich. Man kann funktionierende Dinge förmlich zerdenken. Das könnten wir zum Beispiel auf dem Tennisplatz ausprobieren: Bitten wir unseren Gegner, seinen Aufschlag genauestens zu erklären. Ab dann gelingt ihm kein einziger mehr. Denn jetzt wirft er Sand ins Getriebe, und der natürliche Ablauf gerät ins Stocken. Wenn Nachdenken also hinderlich ist, was ist dann förderlich? Die Antwort: Gefühl. Wenn wir etwas schon einmal gut gekonnt haben, ist es wiederholbar. Und zwar aus dem praktischen Tun und Fühlen heraus.

Verwenden wir unseren Verstand dort, wo er nützlich ist: bei neuen und unbekannten Dingen. Und überall dort, wo wir bereits positive Erfahrungen gemacht haben, brauchen wir keine Analyse mehr.

Analysieren wir nur, wenn etwas nicht funktioniert. Aber nicht, warum etwas funktioniert. Das Erfolgsrezept des Tausendfüßlers lautet „einfach gehen“.

© Renate Plöchl, 0676 31 38 390

 

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