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Anlässlich meines 60ers möchte ich ein letztes Mal auf die vergangenen Dekaden Rückblick halten und bin nun in den 2010ern angelangt. Für mich privat bedeutete dieses Jahrzehnt: Auszug des letzten Kindes, Anwachsen der Enkelschar und viel Freude mit ihnen, Freude mit den Kindern in der Schule und einen genussvollen Start in die Pension.

Politisch begannen die 2010er mit der Staatsschuldenkrise in Griechenland, später erwischte es auch Spanien und Italien. Es muss gespart werden, dann spannt die EU seinen Schutzschirm auf. Alte mit kärglichsten Pensionen, Junge ohne Arbeit, viele ohne Perspektive waren und sind noch immer die Folge.

2010 begann auch der arabische Frühling.   Was hoffnungsvoll anfing, endete besonders in Libyen und Syrien mit Bürgerkrieg und einem riesigen Flüchtlingsstrom, der 2015 schließlich zur Flüchtlingskrise führte. War man vorerst noch überzeugt, den Ansturm zu schaffen, schwemmten die Probleme rechte Parteien an die Oberfläche. Im arabischen Machtvakuum löste der IS AL-Qaida ab und lehrte allen das Fürchten. IS ist auch Verursacher vieler terroristischer Angriffe in Europa. An rigorose Sicherheitsmaßnahmen mussten wir uns immer mehr gewöhnen.

2011 starb in Nordkorea der bisherige Diktator und sein Sohn Kim Jong-un bestieg den „Thron“. Er spielte auch gleich mit Atomwaffen und bedrohte die ganze Welt. Da hat er mit dem politischen Porzellanzerstörer US-Präsident Donald Trump   den richtigen Gegenpart. Es könnte einem Angst und Bang werden. Natürlich musste auch Putin auffallen und eroberte die Krim. So gibt es also auch einen Krieg in der Ukraine. In der Türkei legte man sich wie immer mit den Kurden an, in Saudi Arabien glaubte man, hätten bessere Zeiten mit dem neuen jungen Prinzen begonnen, doch außer, dass Frauen nun Auto fahren dürfen, gibt es dort noch immer Steinzeitislam und Unterstützung für fragwürdige Regime. China erobert Afrika, zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht.     Im März 2011 kam es nach einem Tsunami im japanischen Fukushima zu einer Nuklearkatastrophe, Deutschland beschloss darauf den Ausstieg aus der Atomstromproduktion. 2016 stimmten die Briten für den Brexit und davon haben sie heute noch Bauchweh. In Österreich gibt es seit 2017 eine türkis blaue Regierung, doch viele haben Sorge, dass immer mehr soziale Kälte durchs Land ziehen wird. Um dagegen zu steuern sind wir ChristInnen gefordert. Woran wir uns sonst noch erinnern: Felix Baumgartners Stratosphärensprung aus 39 km Höhe. Deutschland besiegte Brasilien bei deren Fußball-Heim- WM mit 7:1. 2018 landete ein NASA Roboter am Mars.   Sehr viele Menschen können ohne soziale Netzwerke kaum noch leben, schließlich muss man Meinungen, Fotos und Filmchen teilen und das nicht immer mit Anstand. Eltern haben ein Erziehungsproblem mehr.

Wir leben in Zeiten der größten Christenverfolgung weltweit, die Erderwärmung wird immer spürbarer, die Vermüllung unseres Planeten mit Plastik erreicht unvorstellbare Ausmaße. Kriege, Umweltkatastrophen und die Ausbeutung unseres Planeten bringen viel Leid für Menschen und Tiere. Hilfsorganisationen wissen gar nicht mehr, wo sie anfangen sollen und die Helfer und Helferinnen werden oft noch als Gutmenschen verlacht. Bestens leben anscheinend jene Menschen und Firmen, die sich um nichts kümmern als um ihren Profit. Wie kann es sein, dass auf dieser Welt jeder 9. Mensch hungert und sogar in einem reichen Land wie Österreich jeder 7. Mensch armutsgefährdet ist?

Auf religiösem Gebiet haben wir seid 2013 einen neuen Papst, Franziskus aus Argentinien, der sich für die Armen der Welt einsetzt. Dafür erntet er einerseits viel Beifall,   von manchen kirchlichen Seiten muss er sich jedoch scharfen Gegenwind gefallen lassen, predigt er doch auch eine arme Kirche. Gerechtigkeit für Arme ja, Gerechtigkeit für Frauen noch immer kein Thema. Meine Anfragen bei den Bischofsvisitationen in meiner Schule durch Weihbischof Scharl und   in Leopoldau durch Kardinal Schönborn wurden   als störend empfunden. Da basteln wir lieber an der Pfarre neu, lassen die Charismen der Frauen versanden und nehmen ihre enttäuschte Abkehr von der Kirche in Kauf.

– Elisabeth „Sissi“ Eichinger

 

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