Offener Brief

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Liebe  Pfarrgemeinde!

Bild: H.C. Theussl

Gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen, um Euch über meinen beruflichen Werdegang auf dem Laufenden zu halten – gerade auch im Hinblick auf meine Präsenz in unserer Pfarre. Wie wir alle wissen, kommen viele Dinge oft ungeplant auf uns zu, und wir müssen versuchen, mit diesen Dingen gut und vor allem: für andere Menschen fruchtbar, umzugehen.

In den letzten Jahren hat sich in der Jugendpastoral unserer Diözese viel getan. Ähnlich, wie auch die Umstrukturierungen unserer Pfarren in der Stadt Wien (Stichwort „Pfarre mit Teilgemeinden“) wurden auch einige Dienststellen (mit „Abteilungen“ vergleichbar) in unserer Diözese neu organisiert und aufgestellt. Im Zuge dessen wurde die gesamte, pastorale Jugendarbeit in eine neue Dienststelle mit dem Namen „Junge Kirche“ zusammengefasst, um hier besser miteinander arbeiten zu können und auf diese Weise den vielen Kindern und Jugendlichen ein besseres Angebot bieten zu können. Innerhalb der „Jungen Kirche“ versuchen seitdem die Katholische Jungschar (KJS), die Katholische Jugend (KJ) und die Ministrantenseelsorge gemeinsam mit vielen FachreferentInnen für spezielle Angebote und Fragestellungen, einen gemeinsamen Weg zu gehen.

Schon seit vielen Jahren hat die Katholische Jungschar der Erzdiözese Wien (KJS) ein „Auge“ auf mich geworfen. Es bestand schon vor meiner Priesterweihe der Wunsch, in mir einmal einen Jungschar-Seelsorger zu finden, eine Stelle, die seit vielen Jahren nicht mehr besetzt war. Nun, da sich die Jungschar mit einer neuen Arbeitsweise innerhalb der neuen Dienststelle konfrontiert sieht, ist dieser Ruf erneut laut geworden. So kam es, dass ich im September 2017 durch unsere Diözesanleitung mit wenigen Stunden zum „Regionalseelsorger der Jungen Kirche“ ernannt wurde, um mich hier um pastorale Anliegen unserer Diözese zu kümmern. Bald wurde jedoch offensichtlich, dass die Jungschar weit mehr Bedarf an einem „eigenen“ Seelsorger hat, als gedacht, um ein konstruktives Arbeiten gewährleisten zu können. So wurde vor einigen Wochen meine Dienstverpflichtung gegenüber der Jungschar nochmals erhöht, seitdem bin ich nicht nur Regionalseelsorger der Jungen Kirche, sondern auch Jungscharseelsorger unserer Diözese.

Wenn Ihr Euch nun denkt, mit all diesen Berufsbezeichnungen kommt man schnell durcheinander, dann kann ich nur sagen: ja, mir geht es genauso. All das bedeutet im Endeffekt, dass ich neben meiner Tätigkeit als Kaplan in unserer Pfarre, die ich nach wie vor wirklich sehr gerne ausübe, seit September letzten Jahres auch viel im Rahmen meiner Tätigkeit als Seelsorger für die Jungschar und Junge Kirche zu tun habe. Fürs Erste gilt das für den Zeitraum eines Jahres, in dem mein Einsatz in der Jugendpastoral unserer Diözese gewünscht wird. Daher bin ich oft auch tageweise am Stephansplatz oder andernorts unterwegs. Nach Ablauf dieses Jahres, in dem ich erhöht beansprucht bin, wird man weitersehen müssen und entschieden werden, wie es mit meinem Einsatz weitergeht.

Mir ist es wichtig, Euch das in dieser Form auch einmal in aller Offenheit weiterzusagen, weil ich nicht den Eindruck erwecken möchte, mich für Euch nicht zu interessieren oder zu wenig „Arbeit“ zu haben. Es hat mich sehr betroffen und nachdenklich gemacht, dass mir ein Pfarrmitglied einmal öffentlich diesen Vorwurf gemacht hat. Ich kann, muss und möchte unterstreichen, dass dem nicht so ist! Vielmehr bemühe ich mich, dort mit ganzer Kraft zu sein, wo es mir möglich ist, aber das heißt leider auch, dass ich nicht immer überall dabei sein kann. Ich bitte auch, das weiterzugeben und zu begründen, wenn einmal wieder darüber gesprochen wird, da ich nicht möchte, dass hinter meinem Rücken Fragen offenbleiben und besprochen werden.

Sehr dankbar bin ich über die vielen Rückmeldungen, die mir persönlich immer wieder gegeben werden, und in denen ich die große Wertschätzung spüren darf, die manche mir entgegenbringen. Aus Dankbarkeit, aber auch, weil es mir wirklich ein Anliegen ist, möchte auch ich „danke“ sagen: danke für Euer Verständnis, wenn ich verhindert bin, und danke für eure Unterstützung auf unserem gemeinsamen Weg als Christen und Christinnen.

Euer Kaplan

Hannes Grabner

 

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