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Am 15. März ist wieder Familienfasttag. Was wir an diesem Tag billiger essen und spenden, wird durch die katholische Frauenbewegung an 100 Projekte in Ländern des Südens unseren Planeten weitergegeben. In diesen meist ländlichen Gebieten herrscht Hunger oder Mangelernährung, verursacht durch patriarchale Machtstrukturen und Menschenrechtsverstöße von Konzernen. 821 Millionen Menschen hungern weltweit, da ist Mangelernährung, also nicht angemessene Ernährung, noch gar nicht mit eingerechnet. Etwa jedem 3. Menschen dieser Erde ist das Menschenrecht auf ausreichende, gesunde Ernährung verwehrt. Mädchen und Frauen trifft dies noch viel mehr als Buben und Männer, weil in vielen Kulturen Frauen nur das essen, was Männer übrig lassen. Frauen haben zwar traditionell die Nahrung zu beschaffen, rund 90% der weltweiten Ackerflächen besitzen allerdings Männer. Essen gäbe es auf dieser Welt genug, aber die Landwirtschaftspolitik und die Großkonzerne fördern eine falsche Verteilung. Großkonzerne gieren nach Land, das ihnen von Männern verkauft wird, die dann auf den Plantagen arbeiten dürfen. Die Frauen haben dann kein Einkommen mehr, keine Arbeit und große Probleme, die Familie zu ernähren. Dort, wo kleinbäuerliche Strukturen und Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen herrscht, funktioniert die Ernährung viel besser, bestätigen Studien.

Das heurige Thema zum Familienfasttag ist „Wandel wagen! Gemeinsam für eine Zukunft aus eigener Kraft“. Dies meint: Genügsamkeit statt Wachstum, Respekt statt Ausbeutung, Zusammenarbeit statt Konkurrenz, also Gegensätzliches zu unserem patriarchalen westlichen Wirtschaftsdenken. Das Ziel wäre in Verbundenheit mit unserem Planeten und unseren Mitmenschen zu leben, mit unseren Ressourcen maßvoll umzugehen und ein gleichberechtigtes und solidarisches Miteinander.

Im diesjährigen Beispielland Tansania werden Frauen gegen die Intimbeschneidung sensibilisiert. Viel Aufklärungsarbeit ist notwendig, weil Frauen nicht nur Opfer sondern auch von Traditionen instrumentalisierte Täterinnen sind. Außerdem lernen Frauen Energiesparöfen zu bauen, damit ökologischer gekocht werden kann. Weiters werden Wälder wieder aufgeholzt, alles aus Initiative von Frauen, die eine Ausbildung dazu genossen haben. Mit ihrem neuen Selbstbewusstsein stecken sie andere an und bewirken ein Umdenken zur Partnerschaft und zum Wandel in ihrer Region.

Vor 100 Jahren durften Frauen in Österreich zum ersten Mal wählen. Der Kampf für das Frauenwahlrecht war nicht einfach. Besonders die Christlich Soziale Partei und (wen wunderts?) die Kirche waren dagegen: Der spätere Erzbischof von Salzburg Siegmund Waitz begründete: „Die Unterordnung der Frau ist gottgewollt“ und der Moraltheologe Franz Martin Schindler: „Ihre körperliche Organisation wie ihre geistige Eigenart weisen die Frauen im Allgemeinen vom Kampfplatz des öffentlichen Lebens ab und stellen als die natürliche Bestimmung für ihre Lebensbetätigung klar und unzweideutig hin das Walten im Inneren des Hauses als Gattin und Mutter.“ Der Abgeordnete Brestel empörte sich damals, wenn man Frauen in die Politik ließe, könnte man das auch mir Kindern und Narren tun. Nun, Frauen, auch dank des traurigen Männerschwundes des ersten Weltkrieges, haben sich das Wahlrecht und langsam und mühselig und immer wieder auch unter Spott und Häme die Gleichberechtigung erkämpft, wenn auch noch nicht ganz. Nur in der Kirche geht   gar nichts. Hier fürchtet man sich vor dem Zerfall, wenn Frauen ordiniert werden würden. Die Kirche zerfällt halt so im Stillen. Frauen brauchen die Institution Kirche nicht so dringend wie damals das Wahlrecht. Sie werden also nicht auf die Straße gehen und demonstrieren. Sie werden enttäuscht verschwinden und viele Männer gleich mit. Was sprach doch unser Kardinal bei einer TV- Dokumentation des bayrische Rundfunkes: „ Die Machtungleichheit ist eine Uraltsünde der Kirche!“ Na dann : Mut zum Wandel!

-Elisabeth „Sissi“ Eichinger

 

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