Genderseite

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Und wieder ist ein Arbeitsjahr vorbei. Die Sommermonate versprechen uns Erholung, Ferien, Zeit für Schönes, Zeit zum Nachdenken, zum Kraftschöpfen für das neue Arbeitsjahr in Schule und Pfarre.

In diesem Jahr gedachten wir im Februar 100 Jahre Frauenwahlrecht und im Zuge dessen erinnerten wir uns nochmals, wie die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in den letzten 100 Jahren politisch und gesellschaftlich in Fahrt kam. Nun haben wir sogar eine Bundeskanzlerin und das Ministerkabinett ist gendermäßig ausgewogen. Ich hoffte, auch in der Kirche würde sich was tun, wenn soviel über die Wichtigkeit der Gleichberechtigung der Geschlechter gesprochen würde und wenn Missbrauchsfälle im Klerus Handeln und Reformen nötig machten.

Unser Papst spricht ja so schön über Frauen: „Die Frau ist für die Kirche unabdingbar. Maria – eine Frau – ist wichtiger als die Bischöfe. Der weibliche Genius ist nötig an den Stellen, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden.“ (2013)

„Die Rolle der Frau in der Kirche ist nicht nur die Mutterschaft, die Mutter der Familie, sondern sie ist stärker: Sie ist wirklich die Ikone der Jungfrau Maria, der Gottesmutter; diejenige, die der Kirche hilft zu wachsen! Aber bedenkt, dass die Madonna wichtiger ist als die Apostel! … Die Kirche ist weiblich: Sie ist Kirche, Braut, Mutter“.(2013)

„Die Gaben des Taktgefühls, einer stark ausgeprägten Sensibilität und Zärtlichkeit, an denen die Seele der Frau reich ist, stellen nicht nur eine authentische Stärke für das Familienleben dar, für die Ausstrahlung einer frohen und harmonischen Atmosphäre, sondern sie sind auch eine Wirklichkeit, ohne die die Berufung des Menschen niemals verwirklicht werden könnte“.(2014)

„Eine Welt, in der die Frauen ausgegrenzt werden, ist eine sterile Welt, denn die Frauen bringen nicht nur das Leben, sondern sie vermitteln uns die Fähigkeit, weiter zu sehen – sie sehen weiter –, sie vermitteln uns die Fähigkeit, die Welt mit anderen Augen zu sehen, die Dinge mit kreativerem, geduldigerem, zärtlicherem Herzen zu spüren“. (2015)

„Die Frau ist die Harmonie, sie ist Poesie, sie ist Schönheit. Ohne sie wäre die Welt nicht so schön, sie wäre nicht harmonisch. ….. Ich denke auch gerne daran, dass es nicht heißt »der« Kirche, sondern »die« Kirche. Die Kirche ist Frau, ist Mutter, und das ist schön“.(2017)

„Mich besorgt auch, dass in der Kirche die dienende Haltung, zu der jeder Christ aufgerufen ist, im Fall vieler Frauen mehr in eine Art unterwürfiger Knechtschaft abgleitet, als dass es Dienen ist“. (März 2018).

Frauen lassen sich heutzutage nicht mehr einlullen, also sollten Worten Taten folgen. Und so dürfen   seit 3 Jahren Frauen an der Fußwaschung teilnehmen.   Im Herbst gab es die Jugendsynode im Vatikan, wo gut zugehört werden sollte. Die Frauenfrage, die bei den Vorarbeiten großes Thema war, wurde gleich mal unter den Tisch gekehrt. Für die Schlussdokumente waren außer dem Klerus 2 Laien stimmberechtigt, natürlich keine Frau. So gingen Frauen am Petersplatz demonstrieren. Sie wurden aufgefordert ruhig zu bleiben, doch sie taten es nicht. Ruhig blieben im Mai auch 25000 Deutsche Frauen nicht, die unter dem Motto Maria 2.0 ihre Arbeit in den Pfarren niederlegten, um auf die Genderungerechtigkeit in der katholischen Kirche aufmerksam zu machen. Der Papst, heuer von Oberinnen darauf angesprochen, hatte nur das Scherzchen für sie: „wir sind halt katholisch“. Tatsächlich sollen die Nonnen höflich gelacht haben.

Der Papst sagte auch mal: „wenn die Kirche die Frauen verliert, riskiert sie unfruchtbar zu werden“. Doch die Risikobereitschaft der Würdenträger ist offenbar groß, denn auch die Kommission zur Prüfung der Möglichkeit Frauen zum Diakonat zuzulassen hat nach drei Jahren am Ende keine positive Antwort gefunden.

„Die Kirche hat keinerlei Vollmacht Frauen zu Priesterinnen zu weihen“, verkündete der Vatikan schon 2018, ja wer bitte denn dann? Besser kann man   sich ja wohl nicht hinter Dogmen verstecken. Wir haben zu wenige Priester, durch die Zusammenlegung der Pfarren geht die Nähe zu den Menschen verloren. Wir leben in einer Zeit, wo wir oft meinen, ohne Gott auszukommen. Jedoch glaube ich, dass der Katholizismus den Menschen viel bieten könnte.   Zwangszölibat und männliche Machtallüren vertreiben jedoch viele, die mit ihrem Charisma unsere Kirche beleben könnten. Das ist sehr schade, vielleicht helfen unsere Gebete in der Ruhe der Ferienzeit. Schönen Sommer!

— Elisabeth „Sissi“ Eichinger

 

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