Genderseite

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Vor 2000 Jahren, zur Zeit Jesu, stand es um die Gendergerechtigkeit überall schlecht, Frauen standen unter der Fuchtel des Vaters, dann des Ehemannes und, wenn dieser frühzeitig verstarb unter der des Bruders. Nur reiche Witwen ohne männlichen Anhang konnten sich persönliche Freiheit verschaffen, denn vermögenslos zählte man ohne männliche Verwandtschaft zu dem Heer der verarmten Witwen und Waisen, die auf Almosen angewiesen waren. Berufe für Frauen gab es ja kaum. So müssen wir die Bibel lesen, deuten und verstehen und weil Frauen nicht zur Schule gehen durften und daher kaum lesen und schreiben konnten, wurden sie wenig erwähnt und gar nicht angesprochen.

Heute schaut es in der westlichen Welt zum Glück ganz anders aus. Die künftige EU- Kommissionspräsidentin Von der Leyen hat 13 Frauen in die 27 köpfige EU Kommission geholt. In den USA gab es schon eine Präsidentschaftskandidatin, in Deutschland gibt es eine mächtige Kanzlerin und auf den Fotos der Staatsoberhäupter bei Gipfeltreffen sehen wir so manche Dame. In Österreich gibt es eine Kanzlerin und zwei weibliche Parteivorsitzende. Es ist für Frauen möglich mit hohem persönlichem Einsatz so ziemlich alles zu erreichen. Frauen bekommen die Kinder, aber auch hier versucht die Politik Männern Zeiten der Kindererziehung zu ermöglichen und gleichzeitig Frauen zu helfen, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die kleinen oder größeren Stolpersteine im Leben gibt‘s natürlich noch, z.B., dass Frauen viel mehr über ihr Aussehen definiert werden als Männer, aber wir Frauen spielen da ja auch gern mit. Sonst könnten Schönheitspraxen, Drogerien und Schuhgeschäfte nicht so gut leben. Ein Witz erzählt: als Gott den Mann erschaffen hatte, war er sehr zufrieden, als er die Frau erschaffen hatte nicht so ganz, betrachtete sie eine Weile und meinte dann, schminkst dich halt. Nun, wer kam auf die Idee, dass sich Frauen schminken müssen. Ich schminke mir auch die Augen, anders komm ich mir krank vor.

Krank ist auf jeden Fall unsere Mutter Erde, die Erderhitzung ist nicht zu leugnen. Viele laue Sommerabende mögen ja in Österreich nett sein, aber die sensible Natur spielt immer weniger mit. Die Politik und Wirtschaft reagiert noch etwas lasch. Ein junges Mädchen, Greta Thunberg, wurde zum Motor der Bewegung, die die Not der Erde lindern soll. In Österreich gibt es auch ein weibliches Gesicht dazu: die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb. Moderne Propheten und Prophetinnen werden nicht müde uns vor Augen zu halten, dass jede und jeder von uns, das Leben zum Wohl der Erde überdenken muss.

Der Monat Oktober wurde von Papst Franziskus zum Missionsmonat erhoben. Mission ist nach ihm „erste Aufgabe und größte Herausforderung der Kirche“. Die Mission der Kirche sei, dass uns der Glaube an Jesus Christus die richtige Dimension aller Dinge gäbe und uns die Welt mit den Augen und dem Herzen Gottes sehen ließe. Jeder und jede Getaufte sei eine Mission. Hoffentlich hat diese Aussage, die vom 6. bis 27. Oktober stattfindende Bischofssynode, Amazonien im Fokus, wenn sie nicht nur über die Bedrohung des Regenwaldes und der dort lebenden indigenen Völker spricht sondern auch über die Not der Menschen dort, die sehr selten eine heilige Kommunion empfangen können, weil es so wenige Priester gibt, aber sehr viele engagierte Katechetinnen. Der bekannte Vorarlberger Bischof Kräutler und viele andere erhoffen sich Bewegung. Nicht nur sie.

Bewegung in der Kirche hinsichtlich der Frage des Frauenpriestertums erwartet auch Martha Heizer, die Vorsitzende von „Wir sind Kirche“. Frauen seien in Amazonien die wichtigsten Träger für das Gemeindeleben und müssten daher von der Kirche Aufwertung und Anerkennung als vollwertige Mitglieder erfahren. Dass der Zugang zum Priesteramt für sie verschlossen sei, vermittle den Frauen einerseits Minderwertigkeit, zugleich verstärke die Kirche damit aber auch bestehende soziale Ungleichheit und hindere sich selbst daran, „von den Regierungen vollmundig Gerechtigkeit einfordern zu können“. Dafür lohnt es sich zu beten meint Sissi Eichinger

 

– Sissi Eichinger

 

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