Genderseite

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Im Vorfeld der deutschen Bischofskonferenz   haben sich die Bischöfe auf weitgehende Reformen geeinigt! „Wir haben begriffen, dass die Zeiten einer männergelenkten Kirche vorbei sind. Wir brauchen einen grundlegenden Wandel!“ Die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, kfd ,soll gemeinsam mit den Bischöfen die Umsetzung vorbereiten. Evangelische Theologinnen gratulieren, in Mailand werden schon Messgewänder für Frauen designt. Aber nicht nur das: Bischöfe wenden sich gegen den Pflichtzölibat, gegen die Ausgrenzung wiederverheiratete Geschiedener von der Kommunion und wollen sich in besonderer Weise gegen Wirtschaftsungerechtigkeit und für die Rettung unserer Erde einsetzen. Gehen Deutschlands Bischöfe neue Wege, droht eine Kirchenspaltung? Nein dies alles findet sich in einer satirischen Zeitung der Frauenbewegung Maria 2.0 anlässlich der Bischofskonferenz Ende September. Vor dem Dom zu Fulda wurde protestiert, die Frauen, die im Mai für einige Zeit in den Kirchenstreik gegangen waren, schrieben auf ihre Plakate „Auftreten statt austreten“ aber auch „Die Dinosaurier dachten auch, sie hätten noch Zeit“ und tatsächlich sprachen die Bischöfe mit den Frauen und benannten das Frauenthema als die „herausforderndste Frage“. In Folge organisierte die kfd im Oktober unter dem Motto „Feuer“ eine Reihe von Demonstrationen für eine geschlechtergerechte Kirche. Im Fokus waren diesmal Gespräche und Gottesdienste.   Solche Fragen zu lösen, kann mitunter lang dauern. Im 16. Jhdt. wollte das Konzil von Trient das männliche Diakonat, das es in der Urkirche gegeben hatte und dann in Vergessenheit geraten war, wieder einführen. Tatsächlich kam es erst im 2. Vatikanum. Bei uns gibt es ständige Diakone seit 1969. Happy Birthday zum 50er!

In Österreich kümmert sich die katholische Frauenbewegung, kfb, um die Frauenbelange. In ihren Leitlinien steht z.B: die kfb unterstützt Frauen, ihre Fähigkeiten in Familie, Wirtschaft, Politik und Kirche einzusetzen, Frauen sollen als Getaufte und Gefirmte gleichberechtigt und partnerschaftlich am Leben der Kirche teilhaben. Die kfb ermutigt Frauen zur Übernahme aller für sie derzeit möglichen liturgischen Dienste und zur Gestaltung von Gemeindegottesdiensten. Die kfb erwartet die Zulassung von Frauen zu allen Diensten der Kirche. Junge Theologinnen aus Tirol haben eine Bewegung unter dem Motto „bleiben, erheben, wandeln“ ins Leben gerufen, die von der kfb unterstützt wird. Sie argumentieren: Im Galaterbrief formuliert Paulus: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn alle seid einer in Christus Jesus“ Im Schöpfungslied lesen wir, beide Geschlechter seien gemeinsam das Ebenbild Gottes. Das mache die Kirche eigentlich zur „Vorreiterin in der Welt für die Gleichstellung der Geschlechter“.

Die Männerkirche tut sich furchtbar schwer, sich für die Geschlechtergerechtigkeit zu öffnen. Während ich dies schreibe, tagt die Amazonassynode in Rom, und da geht es einmal um das Amazonasgebiet, um die grüne Lunge unserer Erde, um den Lebensraum indigener Völker, die der maßlosen Profitwirtschaft geopfert werden soll. Da geht es aber auch um KatholikInnen, die nur 2 Mal im Jahr das Herzstück unseres Glaubens, die Eucharistie, feiern dürfen, weil es zwar viele Katechetinnen aber viel zu wenige Priester gibt. Der Fall des Pflichtzölibats wäre schon mal ein Anfang. Und dann gibt es die Idee bewährte Personen „personae probati“ , also unabhängig vom Geschlecht, zumindest zum Diakonat zuzulassen. Bischof Kräutler, unser Vorarlberger Bischof in Amazonien, hält viel davon, Kardinal Schönborn relativiert: man solle sich jetzt um den Umweltschutz kümmern, es stehe das Überleben der Erde auf dem Spiel, die Frauenfrage kann (wie immer) warten. Vielleicht hat er ja recht, oder ist es wieder mal so: machen wir lieber Außen- statt Innenpolitik, dass tut nicht so weh, da müssen wir uns selbst nicht ändern und eine willkommene Ablenkung ist es auch.   Im nächsten Pfarrblatt berichte ich ihnen dann, was die Synode gebracht hat.

– Elisabeth „Sissy“ Eichinger

 

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