Was bringt das Jahr 2020?

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Ein Schaltjahr! Olympische Spiele, Fußballeuropaschaft mit österreichischer Beteiligung! Speziell für Frauen entdecke ich das Fußball-Championsleague Finale in Wien, die Fraueneishockey WM in Kanada, alles Sportereignisse, die es vor nicht all zu langer Zeit noch nicht gab und dann mal belächelt wurden. Doch Frauen habe sich auch in diesen Bereichen längst Respekt und Anerkennung verschafft.

Dass es auf unserer Erde noch so manche Baustellen für Frauen gibt, verrät der am 6. Februar begangene Internationale Tag der Nulltoleranz gegenüber der Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen.   Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Schon am 6. März gibt es zu diesem Anlass im Wiener Rathaus Workshops, Infos und Beratungen zu Frauenpolitik, Selbstverteidigung, Wirtschaftshaltung, Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie, Frauengeschichte, eine Galerie zum Thema „Große Töchter“ und ein Frauenkabarett.

Kirchlicher seits gibt es am 6. März den Weltgebetstag der Frauen, dessen Liturgie heuer Frauen aus Simbawe gestalten. Simbawe leidet noch immer unter den Ungerechtigkeiten aus der Kolonialzeit. Die Frauen wollen nicht mehr lethargisch jammern sondern ihre Kraft für Versöhnung und für die Schaffung von besseren Lebensbedingungen einsetzen, mit Gottes Hilfe und unserer Solidarität. Die katholische Frauenbewegung begeht am 6. März den Familienfasttag, das gesammelte Geld unterstützt wie jedes Jahr Frauenprojekte, in Ländern, in denen es um Frauenrechte schlecht bestellt ist.

Was bringt 2020 sonst noch? Kardinal Schönborn wird am 22. Jänner 75 und hat sein vom Kirchenrecht vorgeschriebenes Rücktrittsgesuch eingereicht. Der Papst kann annehmen oder die Amtszeit des Kardinals verlängern. Wir wünschen Schönborn auf alle Fälle gute Gesundheit. Am 26. Jänner begehen wir den allerersten vom Papst weltweit ausgerufenen Sonntag des Wortes. Eine biblische Festwoche soll vom 25. 9. bis 4. 10. folgen. Dazu passen die „Sternstunden“, dass sind ökumenische Abendgottesdienste in der evang. Pfarrgemeinde 1210, Weisselgasse 1, die leuchtende Frauen der Bibel zeigen. Am 23. Jänner, um 19 Uhr geht es um Debora, die Richterin.

Der Vatikan soll 2020 ein neues Grundgesetz bekommen, für Frauen wird auch dieses nicht viel Neues eröffnen. Mit vielen Hoffnungen bin ich in das Jahr 2019 gestartet ( Jubiläumsjahr für das Wahlrecht der Frauen, Amazoniensynode). Doch nicht nur ich sondern auch der Geistliche Assistent der Kfb ist enttäuscht und meint sinngemäß, unter dem Deckmantel, die Erde retten zu wollen, wurden Männern (viri probati) noch mehr Ämter zugesprochen, während die Kirche immer mehr an Glaubwürdigkeit verliere, weil sie zwar gleiche Würde der Menschen predige, die Frauen aber trotzdem von Weiheamt und daher auch von Leitungsfunktionen ausschließe. Weihbischof Stephan Turnovszky regte eine große marianische Novene für 2020 an, d.h. man betet monatlich von Maria Empfängnis bis Maria Geburt für 9 verschiedene Anliegen der Kirche. Ein Behelf liegt auf. Obwohl die Gebetsanliegen teilweise recht eng formuliert sind (z.B. wir beten für das Bildungshaus Großrußbach), findet sich kein Gebetsanliegen, Frauen endlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Schade!

Aber weil ich diese Kirche und im Kleinen unsere Pfarre trotzdem liebe wünsche ich mir jetzt einiges für das neue Jahr. Kommt in den Gottesdienst, er ist eine Auszeit und gleichzeitig eine Zeit für unsere Gottesbeziehung und unsere Beziehung als glaubende Gemeinde. Ich weiß, am Abend sind wir müde und wollen oft nicht nochmals hinaus, aber wir haben interessante Pfarrgruppen, und jede freut sich auf Zuwachs. Es hilft nicht, zu jammern, was alles nicht mehr geht. Nehmen wir uns vor, nachzudenken, wo wir zum lebendigen Gemeindeleben beitragen können. Weil ich da, mitten drin bin, lade ich zu Gesangsrunde und/oder Kirchenchor ein, denn Musik macht das Leben schön. Ein gutes neues Jahr wünscht Sissi Eichinger

 

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