Das Gebet „Vater Unser“

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Die dritte und letzte Bitte in Verbindung mit Gott im Vaterunser lässt sich schwer aussprechen, wenn man wirklich betet, das heißt, die ganze Person beim Beten mit hinein nimmt. Wer will schon den Willen eines Anderen, wenn er nicht mit dem eigenen übereinstimmt, erfüllen. Schon im AT stöhnt der Psalmist, dass es schwierig ist, sich dem Willen Gottes zu unterwerfen (Ps77,12). Da drängt sich die Frage auf: „Kann ich überhaupt dem Willen Gottes gerecht werden?“ Und wenn ich gerade etwas tun will und dabei doch das Gefühl habe, dass es nicht so ganz recht ist, damit aufhören? Und wenn ich über meine Gewohnheitssünden nachdenke, kommt dann nicht die Frage: „Warum kann ich damit nicht aufhören?“ Wie kann ich eigentlich den Willen Gottes erkennen? Es gibt verschiedene Wege, die aber alle wichtig sind. Da ist einmal die Bibel. Darin kann ich das Wesen Gottes erahnen. Aber die Bibel durchlesen wie ein Buch, bringt nichts. Ein Baby kann auch kein Schnitzel essen. Und wer eine Torte auf einen Sitz aufisst, wird ganz schöne Magenprobleme bekommen. Nein, ich muss zuerst Kindernahrung zu mir nehmen. Und die Torte kann ich auch nur in kleinen Stücken genießen. So muss ich auch die Bibel in kleinen Absätzen und meditierend lesen, um zu verstehen. Ein anderer Weg geht über Gespräche. Wie oft spürt man bei bestimmten Sätzen oder Wörtern ein ganz starkes Gefühl, das mich darüber nachdenken lässt. Auch bestimmte Erfahrungen können richtungsweisend sein. Als letztes von vielen Wegen möchte ich noch das Gewissen anführen. Der hl. Augustinus sagt über das Gewissen, dass man ihm immer folgen soll, selbst wenn es scheinbar etwas falsches sagen würde (Confessiones). Unsere Pflicht ist also, unser Gewissen nach Gott auszurichten, wobei uns die verschiedenen Wege zu Hilfe kommen. Jetzt haben wir zwar die Erkenntnis des Willen Gottes, aber das Wie ist dabei noch nicht erfüllt. Die Schilderungen der Seherkinder von Fatima zeigen sehr deutlich, wie der Wille Gottes im Himmel erfüllt wird. Viele gute Schriften über die Engel berichten uns ebenfalls davon. Auch die Prophetenbücher des AT’s und die Offenbarung des Johannes (NT) sprechen eine deutliche Sprache. Wenn wir noch mehr Hinweise brauchen, so finden wir sie in den Biographin der Heiligen. So bleibt uns nur noch, uns danach auszurichten. Dazu haben wir jetzt, in der Fastenzeit sehr gute Gelegenheit dazu. Ich wünsche Ihnen einen guten Erfolg dafür. (Wilhelm Stetina, Diakon)

 

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