Genderseite

Veröffentlicht von

Anfang März wird weltweit der Frauenprobleme gedacht.

Am 6. März begehen wir den Familienfasttag, gegründet von der katholischen Frauenbewegung kfb. Alles was wir an diesem Tag billiger essen und am darauffolgenden Sonntag in der Messe spenden, hilft Frauen in der dritten Welt. Heuer geht es besonders um Frauen in Nordostindien. Sie sind hauptsächlich für die Ernährung der Familie zuständig, werden aber durch den Ausbau von Erz- und Kohlebergwerken immer stärker von ihren Lebensgrundlagen verdrängt. Die Projektarbeit der kfb mit PartnerInnnen vor Ort zielt darauf ab, die Frauen und ihre Gemeinschaften zu stärken und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Durch die weltweiten patriarchalischen Strukturen ist es ja leider so, dass Frauen zwar für die Ernährung der Familien sorgen müssen, aber wenig Zugang zu Land, Samen und Krediten haben. 90% der weltweiten Ackerflächen gehören Männern, 90% der Frauen arbeiten in den Ländern des Südens in der Landwirtschaft. Diese Schieflage erzeugt natürlich massiv Probleme.

Darum muss es leider auch den Weltfrauentag immer noch geben. Am 8. März gedenkt man der Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Erstmals wurde dieser Tag am 19. März 1911 in Dänemark, Schweiz, Deutschland, und Österreich-Ungarn begangen. Frauen kämpften für das Wahlrecht und für Gleichberechtigung. Das Wahlrecht kam bei uns 1919 aber nur 4 sozialistische Frauen durften in das Parlament. Gleichberechtigung kam schrittweise. So durften bei uns Frauen bis 1958 kein Bankkonto eröffnen und bis 1977 nicht ohne Erlaubnis des Göttergatten arbeiten. Das es sich bei Gleichberechtigung um ein Menschenrecht handelt, war und ist bis heute vielen der männlichen Hälfte der Bevölkerung schwer zu vermitteln. So hat man lange den Frauen den Zugang zum Höhenalpinismus verwehrt, weil das ihrem Frausein schadet. Eishockeyvereine mussten sich wieder auflösen, weil die männlichen Ligapräsidenten Angst um die Zähne der Frauen hatten und, und. Die Liste ließe sich ewig fortsetzen. Zum Glück haben wir Frauen nicht locker gelassen. Ein Feiertag ist der Weltfrauentag aber noch lange nicht, wie die Veröffentlichungen der me#too Affären zeigen.   Sind aber alles fast peanuts gegen Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen; Ehrenmorde, Genitalverstümmelung, Zwangsheirat und Frauenhandel, verminderter Zugang zu Bildung in leider noch vielen Ländern dieser Welt.

Daher gibt es am 6. März den Weltgebetstag der Frauen. Jedes Jahr gestalten Frauen eines anderen Landes die Liturgie. Heuer sind es Frauen aus Simbawe, das im südlichen Afrika liegt. Das Land ist reich an Naturwundern, z,B, den Viktoriafällen und berühmt für seine Ruinensteinhäuser aus der Blütezeit des Landes vom 11. bis 15. Jhdt. Dieses reiche Land wurde von den Kolonialmächten, zuerst Portugal und dann England ausgebeutet. Die Einheimischen wurden aus dem fruchtbaren Land vertrieben und sie mussten im sandigen unfruchtbaren Land ausharren. Ihr Leben war geprägt von Unterdrückung und Apartheid (Trennung von Schwarzen und Weißen).Es gab kaum Zugang zu Bildung und 100tausende wurden ermordet. Freiheitskämpfe gegen die Weißen folgten und dieser Unfrieden dauert bis heute an. 1980 kam der Schwarze Robert Mugabe an die Macht und er regierte mit Unterdrückung, Korruption und Grausamkeit. Nach der Enteignung der Weißen kam es zum wirtschaftlichen Zusammenbruch. Seit 2018 gibt es Mugabe nicht mehr, aber wie schnell kann sich das Land erholen? Die Bevölkerung ist freundlich und hart arbeitend. Viele gehen nach Südafrika und unterstützen von dort ihre Familien. Jesus fragt in einem Heilungswunder: Willst du gesund werden? und befiehlt dann: steh auf und geh. Die Frauen aus Simbawe wollen Schluss machen mit dem kraftlosen Warten auf den Wandel. Sie wollen sich kraftvoll dafür einsetzen, mit Gottes Hilfe und gegenseitige Unterstützung. Dabei ist die mächtige Kirche vor Ort nicht hilfreich. Sie unterstützt die patriarchalen Strukturen und stellt sie als gottgewollt hin. Damit den Frauen trotzdem geholfen wird, dürfen wir ihre Projekte durch unsere Kollekte bei einem Gottesdienst im Stephansdom am     6. 3. um 18 Uhr unterstützen.

Elisabeth „Sissi“ Eichinger

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.