Einfach zum Nachdenken

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Auch unser Pfarrblatt ist der Corona—Krise zum Opfer gefallen.         Daher dieses kurze Pfarrblatt!                                                                       Wie ich in diesen Tagen die Emmaus-Geschichte durchgelesen habe, ist mir immer mehr bewusst geworden:“ Der Weg nach Emmaus ist der Weg auf dem Menschen zum Glauben an den Auferstandenen kommen“.

Wo Emmaus liegt oder gelegen ist weiß man nicht mehr genau. Die beiden Jünger wollten weg vom Jerusalem, wo sie schreckliche Dinge erlebt haben. Der Jesus, auf den sie alle Hoffnung gesetzt hatten, war am Kreuz umgebracht. Jetzt todtraurig laufen sie in ihr Heimatdorf. Sie wissen nicht mehr wie es weitergehen soll. Sie stehen an! Und dann… kommt auf dem Weg diese Fremde zu ihnen. Der Fremde bringt den beiden wenigstens zum Reden. Im Erzählen, Nachdenken und Erklären erreichen sie Emmaus.    Der Fremde tut, als wollte er weitergehen. Aber sie bitten ihn zu bleiben.                       Lass uns nicht allein, es wird schon Dunkel. Sie fürchten die alte Gewohnheiten und die Ängste kommen dann wieder. Diese Begegnung hat ihnen so gut getan und bei dieser Begegnung haben sie eine andere Sicht auf die Dinge bekommen. Dies wollten sie nicht schon wieder verlieren. Nachdem sie über Gott und die Menschen nachgedacht hatten, konnten ihre Augen wieder klar sehen. Und sie verstanden, warum ihnen das Herz brannte. Und ausgerechnet da verlässt er sie ganz plötzlich, so gesagt im Augenblick der Erkenntnis.

Ich erinnere mich jetzt an unserer Corona-Krise!                                                                 Ist bei uns auch nicht alles zusammengebrochen und anders geworden? Nutzen wir diese Umkehrzeit und kreisen wir nicht länger um die Vergangenheit, bleiben wir offen für Gegenwart und Zukunft. Tod bedeutet immer Zukunftslosigkeit und Gottlosigkeit! Wir wissen Gott will das Leben und nicht den Tod des Menschen. Die Wege mit dem Auferstandenen sind Wege zum Leben- Überlegen wir in diesen schwierigen Wochen mal unsere Wege? Unsere Wege sind nicht immer Wege der Gewissheit aber es sind Wege, auf denen der mitgeht, der zunächst wie ein Fremder ist, der aber Verständnis und Geduld aufbringt und unser Herz berührt und uns selber zum Nachdenken bringt über unser Leben. Und das weckt dann in uns auch das Verlangen: Herr, bleibe bei uns.. Und so kann dieses Bleiben eine große Offenbarung und eine Selbsterkenntnis werden. Jürgen Jagelki meinte dazu: Unser Leben und Glauben ist wie ein Weg. Aber unser Leben kann nur gelingen, wenn es auch dieses Bleiben gibt. Das Bleiben, bei dem Menschen, den ich liebe, bei dem Menschen, der mich braucht, bei dem Menschen, der sich ohne mich auf dem Weg verloren vorkäme- Herr bleibe bei uns, damit wir bleiben können, in Treue und Liebe.

Klaus Coolen, OSC, Dechant/Pfarrer

 

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