Wir müssen reden

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Probleme ja nicht runterschlucken. Jeder Konflikt muss auf den Tisch. Alle Bedenken offen aussprechen. Eine Philosophie, die früher haupt= sächlich in Therapien angewendet wurde, hat die Kommunikation in vielen Teilen der Bevölkerung erobert – und ziemlich viel Schaden angerichtet. Über ein Problem zu sprechen ist wie ein chirurgischer Eingriff: Es geht nicht nur um das Öffnen und die Operation, sondern auch um das Schließen einer empfindlichen Stelle. Als Hobby= psychologe oder Psychologin in den eigenen vier Wänden oder am Arbeitsplatz bleibt es aber meistens beim Öffnen eines Themas. Schließen sollen es die Betroffenen dann bitte selber. Verletzungen und Verunsicherungen sind die Folge. Viele Beziehungen zerbrachen schon, weil einer  unbedingt seine Zweifel offenbaren musste. In Firmen kommt es zum Verlust von Selbstvertrauen, weil der Kollege  loswerden wollte, was ihn  alles stört. Aber warum sind die Effekte von Paartherapien und einer offenen Kommunikation nicht erfolgreicher?

Weil sie das verstärken, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Über Probleme zu reden vergrößert im ersten Moment das Problem. Gibt es dann keine gute Lösung, bleiben wir als problembehaftet zurück. Die meisten Zweifel und negativen Empfindungen haben mehr mit uns selbst als mit den Menschen in unserem Umfeld zu tun. Deshalb sollten wir selbst damit zurechtkommen und nicht die anderen damit belasten. Und bestimmt können wir heilfroh sein, wenn die anderen auch so vorgehen.

© Plöchl Renate 0676 31 38 390

 

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