Genderseite

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Schon Aristoteles bezeichnete den weiblichen Nachwuchs als Abweichung des männlichen. Simone de Beauvoir, französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin, geb. Anfang des 20. Jahrhunderts, schrieb:     „ Die Vorstellung der Welt ist, wie die Welt selbst, das Produkt der Männer: Sie beschreiben sie von ihrem Standpunkt aus, den sie mit der absoluten Wahrheit gleichsetzen. …..Er ist das Subjekt, er ist das Absolute: Sie ist das Andere.“ In der Zwischenzeit hat sich doch sicher einiges geändert!? Leider nicht. Im Buch „Unsichtbare Frauen“ zeigt die britische  Autorin und Aktivistin Caroline Criado-Perez, dass der Mann in unserer Gesellschaft immer noch Standard ist und hat dafür aus allen Lebensbereichen Studien, Zahlen und Fakten gesammelt. Diese Frauenmißachtung ist nicht nur ungerecht, schließlich sind Frauen die Mehrheit der Weltbevölkerung sondern teilweise auch lebensgefährlich.

Gefährlich, vor allem , wenn Frauen krank sind. Medikamente werden in der Regel an Männern getestet, obwohl Frauen anders auf Wirkstoffe reagieren. Frauen zu testen ist zu teuer, muss man dabei doch auch den weiblichen Zyklus berücksichtigen. Ja, selbst Medikamente, bei denen Frauen die Zielgruppe sind, werden nicht anhand von Frauendaten erforscht. Herzinfarkte werden bei Frauen oft zu spät erkannt, weil Frauen oft „atypische“  Symptome haben, wie Bauchschmerzen und werden erst mal gynäkologisch untersucht. Autos werden ausschließlich mit  Crashtestpuppen konstruiert und getestet, die einem durchschnittlichen Mann ähneln. Daher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Frau,     bei einem Unfall schwer verletzt zu werden, um 47 % erhöht, der tödliche Ausgang um 17%.      Auch die Gurte sitzen nicht richtig, wenn Frauen große Brüste haben. Auf die Anatomie der Frauen wird auch auf den öffentlichen WCs keine Rücksicht genommen. Ja die Gesamtflächen der Anlagen für Männlein und Weiblein mögen  für beide ja gleich sein, doch bei den Männern gibt es auch Pissoirs. Frauen brauchen auch öfters die Toilette, haben sie ja nicht nur eine etwas schwächere Blase sondern menstruieren auch noch. Trotzdem ändert sich bei den Toiletten nichts, Frauen dürfen sich brav anstellen. Arbeitsoveralls sind praktisch!?  Aber wohl nur für den Mann.  Auch beschusshemmende Westen bei der Polizei oder Marschschuhe im Militärbereich werden für den durchschnittlichen Mann hergestellt, Frauen haben Brüste und schmälere Füße. Büroräume mit Klimaanlage sind für Frauen um 5 Grad! zu kalt, weil der weibliche Kreislauf anders funktioniert. Spracherkennungssoftware erkennt weibliche helle Stimmen schlecht, Handys passen oft nicht in die weibliche Hand, weil sie kleiner ist oder in die Hosentaschen, weil die auch kleiner   oder erst gar nicht vorhanden sind. Bei Klavieren sind die Tasten für viele Frauenhände zu weit auseinander. Männer machen die gefährlichen Jobs, sind z.B Polizisten oder Bauarbeiter. In Großbritannien sind aber KrankenpflegerInnen viel mehr Gewaltakten ausgesetzt, auch heben PflegerInnen in ihrem Leben viel mehr als Bauarbeiter. Man könnte noch viele Seiten mit solchen Ungerechtigkeiten füllen, weil ich aber die Seite unseres Pfarrblattes fülle, möchte ich am Ende noch   die Religionen betrachten. Die Hochreligionen verweisen in ihren Schriften auf die Gleichwertigkeit von Mann und Frau. Den Bahais und den Aleviten ist sie tatsächlich sehr wichtig. Die anderen Religionen flüchten sich   in die Ausrede von verschiedenen Pflichten und Rechten mit dem Fazit, dass auch die Glaubenswelt eine männliche ist. Frauen können sich formell schlecht einbringen, weil sie von den wichtigsten Ämtern ausgeschlossen sind. Klerikale Männer können sich in die Lebenswelt von Frauen kaum hineindenken. Ein Dilemma? Eigentlich nicht, es  gäbe einen einfachen Ausweg…….                                    Elisabeth „Sissi“ Eichinger

 

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