Nerven habt ihr?

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Das war einmal ein Traumberuf: Verkäuferin. Fast so cool wie Friseurin. In meiner Volksschule wollten fast alle Mädchen beim Bäcker an der Theke stehen oder   beim einzigen Figaro des Ortes die Lehre machen. Die ganz Coolen, also die Gabi, die Hermine und ich: Wir wollten Stewardessen werden. Ich, ausgerechnet mit meiner Flugangst. So super ist der Job aber heute eh nicht mehr. Und  erst  Verkäuferin. Lang vorbei, die Kaufladen-Romantik wie in der Puppenstube. So viele kleine Geschäfte, die längst entschlafen sind.  In den großen Geschäften ein Druck wie an der Börse: Der Mensch ist kein Mensch mehr, nur noch ein Kostenfaktor, der den Umsatzschlüssel erfüllen soll. Muss. Weil, wenn der Umsatz nicht passt, wird gefeuert. Schon einmal in die angstmüden Augen einer Verkäuferin geschaut in einem Supermarkt, der nicht gut läuft? Trauriger Anblick.

Anderswo kommen Verkäuferinnen kaum zum Durchschnaufen, und dafür sind sie dankbar. Man sagt ja, es geht den Menschen gut, wenn die Wirtschaft brummt und summt. Immer schön freundlich und fröhlich bleiben! Auch wenn die Kundschaft, fallweise, ein Benehmen wie ein durchgeknallter Affe hat. 

Wer zahlt, befiehlt, und dazu kann man sich allerhand anhören.

Besonders im Luxusbereich sind die  Businessleute sehr zufrieden. Handtaschen, für die eine Verkäuferin drei Monate arbeiten muss. Accessoires um den Preis  eines Monatsbudgets einer Durchschnittsfamilie. Was sich wohl das Personal so denkt, wenn benehmensverarmte Damen die Kreditkarte glühen lassen? Am besten gar nichts. Traumberufe sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Und die Verkäuferinnen und Verkäufer sind echte Helden. Insbesondere zur

Weihnachts-Wahnsinnszeit.

Nerven habt ihr!  DANKE !

© Renate Plöchl, 0676 50 48 957                                         

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