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Anfang Jänner sagte Pater Klaus in einer Predigt: Der Kirchenkrise geht eine Gotteskrise voraus. Das ließ mich nachdenken. Wir sind auch in einer Menschheitskrise, eigentlich war das die Menschheit immer. Viele haben Sehnsucht nach Gerechtigkeit, nach Frieden, aber andere verwehren ihnen das. Die Kirche ist das Volk Gottes, das sind wir. Was ist unsere Qualität, wenn schon die Quantität abnimmt? Wir müssen den Menschen die Augen für den Himmel öffnen. Da müssen wir aber selbst wissen, was der Himmel sein könnte. „Wir“ heißt: alle Menschen, nicht die Männer, es muss also auch die Kirchenstruktur passen. Jesus sagt oft: Fürchtet euch nicht, aber das Fürchten könnte einem schon kommen:

Wussten Sie, dass bist jetzt strenggenommen, also nach Kirchenrecht, Frauen am Ambo nicht erlaubt waren. Das Amt des Lektors war nach der Abschaffung der niederen Weihen durch Papst Paul VI. Männern vorbehalten, weil dieser Dienst als eine Vorstufe zum Weiheamt galt.   Viele Gemeinden haben nur deshalb Lektorinnen, weil Ortsbischöfe dies erlaubten. Ich wusste gar nicht, auf welch dünnem Eis wir Frauen uns im Altarraum bewegten. Aber nun ist es kirchenrechtlich abgesichert. Dies, erläuterte der Papst, sei auch im Horizont der vom zweiten Vatikanischen Konzil angestoßenen Erneuerung zu sehen, in der die Mitverantwortung der Getauften, also das allgemeine Priestertum, neu bewertet wurde. Vatikanische Mühlen mahlen verdammt langsam. Das Konzil begann vor 59 Jahren! Franziskus zitierte weiter Johannes Paul II: „dass die Kirche keinerlei Vollmacht habe, Frauen die Priesterweihe zu spenden“, aber man könne, was nicht von der Weihe abhängige Dienste betreffe, Einschränkungen überwinden. Wenn also die Kirche, also wir, keine Vollmacht haben, wer dann? Soll Gott nochmals seinen Sohn senden? Ich glaube gegen die jetzigen Kirchenstrukturen hätte er noch weniger Chancen als vor 2000 Jahren. Die Esoterik boomt – kein Wunder, wer soll sich in diesem starren katholischen Konstrukt noch finden, außer gelernte KatholikInnen wie wir.

Wussten Sie, dass ab 8. Dezember das Jahr des Hl. Josef begangen wird und ab 19. März 2021, dem 5. Jahrestages des päpstlichen Schreibens „Amoris laetitia“, in dem uns das Ideal der ehelichen und familiären Liebe vor Augen geführt wird, das Jahr der Familie. Dies verkündete der Papst am Fest der Hl. Familie. Das Schreiben soll neu bedacht werden. In ihm erwähnt der Papst die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Beruf und Kindererziehung und meint, dass in einigen Ländern noch Handlungsbedarf bestehe. „Bis heute wirken die Ausschreitungen der patriarchalen Kultur, in denen die Frau als zweitrangig betrachtet wurde“. Hoffentlich denkt unser Papst auch an den Vatikan und seine Kirche. In diesem Schreiben ist sonst auch wenig Bewegung zu finden: z.B. Eucharistie dürfe in konfessionsverschiedenen Ehen nur in Ausnahmefällen erfolgen!?  Franziskus ist die Familie wichtig. Das bestätigt sein Schreiben und auch seine Rede zum Familienjahr: „Wenn die Familie von tiefer gegenseitiger Zuneigung, Vergebung, einem liebevollen Miteinander und dem Festhalten an den Willen Gottes geprägt ist, kann man in ihr aufrichtige Gemeinschaft erfahren.“ Weiters sprach der Papst, dass die Corona Pandemie für viele Familien in der Welt große Belastungen brächte und er dachte an „Ärzte, Pfleger und alle Mitarbeitenden im Gesundheitsdienst“. Das tut schon wieder weh. Der Papst oder sein Redenschreiber, es wird im Vatikan wohl leider keine Frau sein, sollten so sensibel sein und Frauen nicht mitmeinen. Es ist einfach nur traurig und ärgerlich und keinesfalls wertschätzend oder Hoffnung gebend, dass sich irgendwas   ändern wird. Da lobe ich mir den Vorarlberger Bischof Benno Elbs, der bei seiner Rede zum Jahreswechsel folgendes sagte: „Gott hat das Gesicht einer Ärztin, die sich liebevoll kümmert, das Gesicht einer Lehrerin, die nicht müde wird, Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen, das Gesicht eines Supermarktverkäufers, der übermüdet eine Überstunde nach der anderen leistet.“ Elbs hat kreativ gegendert – es geht doch!

Beim Thema Kirche und Frauen gibt es nicht vieles zum Glücklich sein oder? Halten Sie es mit mir und dem französischen Philosophen Rene Descartes „Glück ist ein Entschluss“!

– Elisabeth “Sissi” Eichinger

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