Familienfasttag

In den Spätwintertagen sind die Gedenktage angesiedelt, die uns an die weltweiten Frauennöte erinnern und uns zum Helfen bewegen sollen. Schon am Freitag, dem 26. 2. haben wir den Familienfasttag abgehalten. Was wir billiger gegessen haben oder auch noch mehr wollen wir den benachteiligten Frauen in Projekten auf der ganzen südlichen Hemisphäre zu Gute kommen lassen. Als starke Partnerin tritt da die katholische Frauenbewegung auf, die unsere Spenden sorgsam verteilt. Jedes Jahr wird ein Projekt besonders vorgestellt. Heuer reisen wir gedanklich nach Lateinamerika, ins westliche Hochland Guatemalas. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört unterschiedlichen indigenen Mayavölkern an. Frauen werden hier mehrfach diskriminiert: als Indigene, als Frau und als Kleinbäuerin. Die Frauen arbeiten in der Landwirtschaft, das Land und das Geld gehören aber den Männern. Die bunte Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten ging oft verloren, genmanipuliertes Saatgut und Hybridpflanzen sind eingezogen, brauchen, um Ertrag zu bringen, auch noch Pflanzenschutz- und Düngemittel. Die patriarchalen Strukturen schränken die Frauen massiv ein. Die Männergewalt gegen sie ist groß. Für Frauen gehört das oft einfach dazu, das Selbstwertgefühl ist gering. AMOIXQUIC ist eine Frauenorganisation, die sich für die Rechte dieser Frauen einsetzt. Die Frauen sollen ermächtigt werden, ihrer Kultur gemäß zu leben, zu wirtschaften, sich etwa durch Veredelung von Landwirtschaftsprodukten zu eigenem Einkommen zu verhelfen, sich auf altes rück zu besinnen, sich zu vernetzen und so stark zu werden und für die Rechte, die gesetzlich ja teilweise gegeben sind, einzusetzen. Gemeinsam werden neue Ideen geboren, z.B. Seife produzieren oder bei geringem Landbesitz „urban gardening“ zu betreiben.

Am 5. März findet der ökumenische    Weltgebetstag der Frauen statt. Jedes Jahr bereiten Frauen eines anderen Landes die Liturgie vor. Heuer kommt sie aus Vanuatu, den ehemaligen „Neuen Hebriden“, einem Inselstaat im Südpazifik. Die Männer sind in der Familie und den dörflichen Gemeinschaften die Anführer, die Frauen haben sich um die Familie zu kümmern und traditionell kein politisches und gesellschaftliches Mitspracherecht. Es wird erzählt, dass eine Frau dort das Bungeejumpen „erfunden“ hat. Ein Mann verfolgte sie, sie kletterte auf einen Baum, band sich eine Liane um und stürzte sich hinab. Der Mann sprang ohne Liane nach. So konnte sie ihm entkommen. Jetzt haben die Männer das Bungeejumpen für sich als Initiationsritus entdeckt, auch den Touristen gefällt`s. Den Frauen ist es nun verboten. Vanuatu soll das glücklichste Land auf Erden sein, aber es ist auch ein Land mit hoher familiärer Gewalt und sexuellem Missbrauch – nur davon spricht man nicht in der Öffentlichkeit und die Regierung tut nichts dagegen. Mit Spenden soll ein Frauennetzwerk unterstützt werden, das dagegen arbeitet, mit Einsatz in den Medien und in der Politik um den Fokus auf das Problem zu legen und Lösungen voranzutreiben, Frauen sensibel zu machen und sie zu stärken, denn viele glauben ja, ihre Männer haben in allem recht. Auch dieses ist nur ein Projekt von vielen, denn unsere Erde bietet viele Frauenbaustellen.

Am 8. März begehen wir wie jedes Jahr den Weltfrauentag. Leider wird es den noch lange geben müssen, denn um Frauenrechte ist es weltweit nur in einigen Ländern wirklich gut bestellt und Corona macht es nicht besser. Weil uns Corona aber sicher noch einige Zeit begleitet, wollen wir uns dieses Thema für April aufheben. Bleiben Sie gesund!

Sissi Eichinger

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