Gedanken zur Fastenzeit

Fastenzeit – ein Wort, dass uns von der Bedeutung her etwas unangenehmes ist. Ist es doch mit Verzicht, Opfer und Enthaltsamkeit verbunden. Alles Angelegenheiten, die nach den Feiertagen und nach dem Ausgelassen sein des Faschings nicht so gut „schmecken“. Vielleicht lockt den einen oder der anderen das Gesundheitsfasten um die etwas aus der Fassung geratene Figur wieder zu erlangen. Aber Enthaltsam sein – nein, danke.
Wer Fasten so sieht, hat das Fasten der Fastenzeit nicht richtig verstanden. Durch Feiern und Ausgelassen sein kommt unser Ich physisch und psychisch etwas aus dem Gleichgewicht. Allzu leicht verliert man den Blick auf das Wesentliche. Wir sind Geschöpfe Gottes. Was würde ein Autokonstrukteur meinen, wenn sein Auto, statt fahren, Rasen mäht? Und was soll Gott sagen, wenn seine Geschöpfe – eben wir Menschen – statt einander zu verstehen und zu lieben, nur unseren eigenen Interessen nachlaufen? Gott liebt uns, und er will uns Gelegenheit geben, wieder zu unserem Ideal, Ebenbild Gottes zu werden, zurückzufinden. Das ist das eigentliche Ziel der Fastenzeit. Ein Spitzensportler muss trainieren, um diese Leistung zu bringen. Tut er das nicht, wird er kläglich versagen. Und was bringt das Training mit sich: Muskelkater, blaue Flecken, Zerrungen oder andere Verletzungen. Der Gewinn aber ist ein Spitzenplatz. So sind Enthaltsamkeiten und Opfer wie die Trainingsverletzungen. Sie tun weh, aber sie helfen, das Ziel gut zu erreichen. Unser Ziel ist Gott. Lohnt es sich da nicht, so manche „blauen Flecken“ in Kauf zu nehmen, um bei dem zu sein, der die Liebe selbst ist? Also, gutes Training und gute Trainingserfolge!
(Wilhelm Stetina, Diakon)

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