Genderseite

Wann werden Männer und Frauen in Österreich das Gleiche verdienen? Wenn es in diesem Tem- po weitergeht, besagen Studien, in 217 Jahren. Da haben wir vielleicht vorher noch Priesterinnen und gegen Corona sind wir auch schon geimpft. (Ist hoffentlich ein müder Witz!)
Bleiben wir bei Covid 19. Das Virus ist weltweit für alle lebensverändernd, Mädchen und Frauen trifft es aber noch härter. Sie arbeiten häufiger in Pflege- berufen und im Handel, Berufe, die einem besonders hohen In- fektionsrisiko ausgesetzt sind.
Sie sind meist auch die Trägerinnen der häuslichen Pflege
und stemmen das homeschooling. Sie werden jetzt auch leichter Opfer von häuslicher Gewalt und Missbrauch, denn in der Isolation entsteht einerseits
mehr Aggression und anderseits können die Übergriffe auf Mädchen und Frauen leichter von der Öffentlichkeit unbemerkt bleiben. Viele Instrumente um Rechte einzufordern sind derzeit wegen Corona nicht oder nur erschwert verfügbar. Themen außer der Pandemie werden in Politik und Gesellschaft hintangestellt. In vielen Ländern schaut das homeschooling jetzt oft so aus: die Buben machen Hausaufgaben und die Mädchen helfen im Haushalt oder müssen zu den nun geringeren Familieneinkommen etwas dazuverdienen. Geschlossene Schulen und damit mehr Esserinnen zu Hause bringen Eltern in ihrer Not auch wieder auf die Idee ihre minderjährigen Töchter zu verheiraten. Viele Frauen und Mädchen verkaufen ihre Produkte am Markt oder sie arbeiten in der Bekleidungsindustrie. Die Märkte sind nun wegen Corona oft geschlossen, die Fabriken zahlen wegen der schlechten Auftragslage noch weniger oder schließen gleich. So schlagen wieder vermehrt verzweifelte Frauen und Mädchen den Weg in die Prostitution ein. Weltweit leisten 2/3 der Frauen und Mädchen die unbezahlte Pflegearbeit, das stieg in der Pandemie jetzt noch. Frauen in systemrelevanten Berufen kamen so gehörig unter Druck. Die Verarmung der Frauen in den Entwicklungsländern, die ja traditionell für die Ernährung der Familie zuständig sind, führt zur Mangelernährung der Kinder, besonders der Mädchen, weil oft von dem Wenigen zuerst die Männer und Buben bekommen. Gesundheitsvorsorge ist in Entwicklungsländern immer ein schwieriges Thema, durch Corona noch mehr. Das trifft wieder besonders Frauen. Wer klärt sie jetzt über Empfängnis- verhütung auf, wer betreut sie in der Schwangerschaft und bei der Geburt? Auch der Kampf gegen die Genitalverstümmelung geriet ins Stocken.
Es ist zu hoffen, dass Frauen und Mädchen nach Corona nicht wieder dort für sich zu kämpfen beginnen müssen, wo sie vor vielen Jahren standen und wo sie die Pandemie wieder hin katapultiert hat. Es muss vorwärts gehen! Jeder Mensch hat sich ein gutes Leben verdient. Wir, die wir in einem privilegierten Land leben, haben die Pflicht, wo immer es geht, hinzuschauen und für Gerechtigkeit einzustehen.
Corona hat auch das Leben in Österreich verändert. Viele Frauen arbeiten in Pflegeberufen, im Bildungsbereich, und im Handel, also viele an vorderster Front, vom Applaus können sie sich aber nichts abschneiden. Viele arbeiten jetzt vermehrt in Teilzeit um homeschooling oder die Betreuung von Angehörigen besser bewältigen zu können. Später werden ihnen diese Zeiten bei der Pension abgehen. Weil aber jede Medaille zwei Seiten hat, möchte ich auch die vielen Väter im homeoffice erwähnen, die nun Verantwortung für den Nachwuchs übernehmen, eine anstrengende, aber auch eine schöne Erfahrung.
Corona hat auch unsere Pfarre in eine verordnete Starre eingebracht. Nun hoffen wir auf Öffnungen und ich lade Sie alle ein Ideen zu entwickeln, zu überlegen, wo Sie sich einbringen können, andere einladen usw. damit wir Leopoldau so gut es geht schon jetzt und später mit viel Freude und Elan wieder zum Leben erwecken! Ostern ist ja das Fest der Auferstehung, das Fest des neuen Lebens. Dieses neue Leben wird uns von Gott geschenkt, das neue Leben unserer Pfarre müssen wir uns mit Gottes Hilfe und unserem Zusammenhalt selbst schenken. Frohe Ostern!

  • Elisabeth „Sissi“ Eichinger

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