Dezember

Ich liebe den Dezember. Ist er doch voll von Geheimnissen und doch sehr beredet von Vielem. Diese Beredsamkeit spiegelt sich in der Gegenwart wieder. So ist es in diesem Monat sehr kalt. Wie schaut es in unseren Herzen aus?
Es ist dunkel und die Dunkelheit breitet sich immer mehr aus. So ist es auch heute. Kälte und Dunkelheit lassen uns diese Zeit als nicht gerade angenehm erscheinen.
Aber es ist auch ruhig. Und es bedarf der Ruhe und das In-sich-gehen. Vielleicht gelingt es dem Einen oder Anderen gerade in dieser Zeit zu sehen: wo stehe ich und wo soll ich weitergehen. Die Adventzeit ist gerade dafür sehr geeignet. Auch die Menschheit des Alten Bundes sehnten sich nach einem Ende und beteten um den Erlöser. Und gerade, als die Dunkelheit am größten war, erschien ganz leise ein Licht, unbemerkt von den meisten Menschen. Als kleines Kind in einem Unterschlupf für Tiere und ihrer, von den übrigen Leuten verachteten, Hirten. Sie waren es auch, die dieses Licht als erstes erblickten und erkannten.
Was sagen uns heute diese Begebenheiten. Wir sehnen uns nach der Wärme und Geborgenheit der Liebe. Wir wollen aus dieser Dunkelheit und Kälte ausbrechen. Auch uns begegnet dieses unscheinbare Kind im Bettler, in der schwangeren Frau, die nach Hilfe sucht, weil ihr keiner helfen möchte, im Flüchtlingskind, das allein und frierend in einer ihm unbekannten Gegen verloren herumläuft.
Die Hirten damals hatten die Engel, die ihnen den Weg zeigten. Wir haben unseren Schutzengel, der uns durch das Gewissen den Weg führen will.
Aber wo stehen wir? Auf der Seite der Reichen, die das große Geschehen der Liebe Gottes durch ihr starres Verharren in der Dunkelheit und Kälte nicht erkannten, oder auf der Seite der nicht gerade beliebten Hirten, die offen waren für die Wärme der Liebe Gottes durch dieses Kind?

-Diakon Wilhelm Stetina

Bildquelle: pixabay.com

Share this...
Share on Facebook
Facebook
0Tweet about this on Twitter
Twitter