Genderseite

Wir haben Ostern gefeiert, das Fest der Auferstehung, Gott verhilft dem Guten zum Sieg. Wir wollen darauf vertrauen, auch wenn uns manches verzweifeln lässt. Kaum jemand will den Klimakollaps effektiv aufhalten. Es scheint auf dieser Welt oft nur um Profit zu gehen, schauen wir uns die jüngsten Entwicklungen nur an. Finanziell schwächer aufgestellte Menschen bringen Teuerungen in Schwierigkeiten. Und dann die Kriege, meist von einigen angefangen, halten sie so viele in Geiselhaft. Das Christentum müsste doch für Frieden sein. Ja, der Papst meldet sich zu Wort, viele caritative Organisationen helfen. Doch der Moskauer Patriarch Kyrill I. verbündet sich immer noch mit Putin. Ja, Putin und seine Oligarchen haben der russischen Kirche nach dem Albtraum des Kommunismus zu Neuaufbau und Prunk verholfen, aber wie weit darf Dankbarkeit gehen?  Es geht um Macht, wie so oft in kirchlichen Kreisen. In der orthodoxen Kirche sind sich die einzelnen Patriarchen oft nicht grün. Auch hier fehlt das weibliche Element.

Österliche Nachrichten kommen aus Indien. Der Staat stellt die Strafverfolgungen gegen Mutter Teresa Schwestern ein, man hat ihnen vorgeworfen, Mädchen bei der Konversion zum Katholizismus zu unterstützen. Und eine 28jährige Christin wurde Bürgermeisterin der 10 Millionen Stadt Chennai. Das ist in einem Land, das das Christentum gern unterdrückt, schon bemerkenswert.

Der Münchner Kardinal Marx hat um Entschuldigung für die Diskriminierung Homosexueller durch die katholische Kirche gebeten, ein positiver Schritt. In Essen reagiert der Bischof auf die rückläufigen Priester- und Diakonzahlen und ernennt außerordentliche TaufspenderInnen aus dem Laienstand, also z.B. PastoralassistentInnen. Ja. Was man sich in der Not so alles ausdenkt, um nicht endlich Frauen zu ihrem Recht verhelfen zu müssen.

Toni Faber, der Pfarrer unserer Domkirche meldete sich auch zu Wort, er hoffe, das Frauenpriestertum bald zu erleben. Menschen können sich also ändern, vor 8 Jahren fand er in einem Gespräch mit mir noch viele Einwände. Die hatte jetzt der Steyler Missionar Pater Karl-Heinz Peschke und schrieb in einem Leserbrief gleich von Kirchenspaltung in die Gläubigen des synodalen Weges und in die Römisch Katholischen. Um dies zu verhindern mögen doch die berufenen Frauen zu den Evangelischen oder Altkatholischen gehen, und der Rest bliebe eben katholisch. Seine Meinung unbenommen, aber es geht hier um Unrecht, will die katholische Kirche wirklich der Aufbewahrungsort des Unrechtes gegen nichtmännliche und nicht heterosexuell orientierte sein?

Am 8. Mai begehen wir den Weltgebetstag für geistliche Berufungen. In Österreich steht der heuer unter dem Thema „Werde, wer du sein kannst“ Für das Thema und die Begleitung ist das Canisiuswerk zuständig. Hat man auch an die Not berufener Frauen zum Priesteramt gedacht, wie sollen sie werden, was sie können? Berufene mögen sich an verschiedene ausgewiesene Stellen richten, schreibt das St. Pöltner Kirchenblatt. Vielleicht sollten Frauen dort vorsprechen. Der Titel der Aktion ist in jedem Fall für Frauen brüskierend, aber so weit hat man in der Männerkirche wohl gar nicht gedacht.

Der Theologe Franz Josef Weißenböck schreibt in der Zeitung Kirche In von der heiligen Kuh Kontinuität, die endlich geschlachtet werden müsse. Sie beinhalte Strukturen, die zwischen Laien und Klerikern unterscheiden und damit Machtverhältnisse zementieren, „die schon immer waren“. Dieses System setzte Kleriker an die Stelle Gottes und sie hätten auch noch das Monopol auf die Führung durch den heiligen Geist und gehen bis zur Unantastbarkeit der Unfehlbarkeit des Papstes in Dingen des Glaubens und der Sitte. Dabei lässt Mätthäus beim Streit seiner Jünger Jesus sagen „Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken…. bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,“.   So ist das ja, wenn der Bischof auf Visitation kommt. Der Beruf des Klerikers ist sicher anstrengend und auch Dienst, aber wenn der Papst, wie ich letztens im Fernsehen gehört habe, keine Zeit für einen Film im vatikanischen Kino hat, dann ist sein Zeitmanagement schlecht. „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“, hat uns Jesus gesagt, also schau auf dich! Schauen wir auf uns und auf alles, was Auferstehung in sich birgt, und schöpfen wir Hoffnung – und danke dass sie mich in den Pfarrgemeinderat  gewählt haben!

-Elisabeth „Sissi“ Eichinger

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