Bei strahlendem, frühlingshaftem Wetter fand am Karfreitag, dem 3. April 2026, um 14:30 Uhr der Kinderkreuzweg im Pfarrgarten der Pfarrgemeinde Leopoldau statt. Zahlreiche Familien mit Kindern nahmen an dieser besonderen Feier teil und machten sich gemeinsam auf den Weg, um an das Leiden Jesu zu erinnern und gleichzeitig den Blick auf das Leid von Kindern in der heutigen Welt zu richten.
Zu Beginn begrüßte Hector die Anwesenden und führte in die Bedeutung des Karfreitags ein. Er erinnerte daran, dass der Kreuzweg Jesu ein Weg des Leidens war, der aber durch die Auferstehung Hoffnung schenkt. Diese Hoffnung begleitete auch den gesamten Kinderkreuzweg.
Ein großer Wagen mit einem vorgezeichneten Kreuz aus Packpapier bildete den Mittelpunkt. Bei jeder Station wurden verschiedene Materialien hinzugefügt, sodass das Kreuz im Laufe des Weges sichtbar „wuchs“ und die Sorgen und Nöte von Kindern weltweit symbolisch sichtbar machte.
Die erste Station thematisierte die Verurteilung Jesu und schlug eine Brücke zu den rund 137 Millionen Kindern weltweit, die unter schwerer Kinderarbeit leiden. Die Kinder gestalteten das Kreuz, indem sie es bemalten und umrahmten.





















In den folgenden Stationen wurde das wiederholte Fallen Jesu mit den Lebensrealitäten von arbeitenden Kindern verbunden: Müllsammlerkinder, Kinder in Steinbrüchen oder in der Textilindustrie. Durch konkrete Beispiele wurde den Teilnehmenden bewusst gemacht, unter welchen harten Bedingungen viele Kinder leben müssen. Symbolisch wurden Müll, Steine, Ziegel, Stoffe und Schmuckstücke auf das Kreuz gelegt.
Ein besonders hoffnungsvoller Moment war die fünfte Station: Hier wurde deutlich, dass Jesus auf seinem Weg Hilfe erfahren hat. Gleichzeitig wurde auf Hilfsorganisationen hingewiesen, die sich für arbeitende Kinder einsetzen, etwa Missio, Jugend Eine Welt (Don Bosco) und die Dreikönigsaktion. Diese Station machte Mut, selbst aktiv zu werden.
Die sechste Station führte zum Tod Jesu am Kreuz und verband dieses Geschehen mit der harten Realität von Kindern in Landwirtschaft und Haushalten. Produkte wie Kakao, Baumwolle oder Zucker wurden auf das Kreuz gelegt und machten den Zusammenhang zu unserem Alltag deutlich.
In der abschließenden siebten Station stand die Auferstehung im Mittelpunkt. Die Botschaft der Hoffnung wurde mit konkreten Handlungsmöglichkeiten verbunden: bewusst Fairtrade-Produkte kaufen, Hilfsprojekte unterstützen, beten und im eigenen Umfeld aufmerksam sein. Eine noch unangezündete Osterkerze wurde als Zeichen der Hoffnung in die Mitte des Kreuzes gestellt.
Der Kinderkreuzweg endete mit dem gemeinsamen Vaterunser und dem Friedenswunsch „Schalom“. Mit dem Segen wurden die Familien in die beginnende Osterzeit entlassen.
Der Kreuzweg wurde von Sissi Eichinger organisiert, mit Unterstützung von Josef Eichinger und Christine Zupnik. Ein herzlicher Dank gilt allen, die mitgebetet und den Weg gemeinsam mitgegangen sind.
Der Kinderkreuzweg im Pfarrgarten Leopoldau war eine eindrucksvolle und zugleich kindgerechte Feier, die das Leiden Jesu mit aktuellen Themen verband und den Teilnehmenden Hoffnung sowie konkrete Impulse für ein gerechteres Handeln mit auf den Weg gab.
- Hector Pascua/Bilder Josef Eichinger