Jedes Jahr in der Karwoche pflegen die Ministrantinnen und Ministranten in Leopoldau eine besondere und tief verwurzelte Tradition: das Osterratschen.
Beim Gloria der Gründonnerstagsmesse erklingen die Kirchenglocken ein letztes Mal – danach schweigen sie bis zur Osternacht. Im Volksmund heißt es: „Die Glocken fliegen nach Rom.“ In dieser stillen Zeit übernehmen Holzratschen oder Klappern ihre Aufgabe und rufen die Menschen zu Gebet und Besinnung.
Mit großem Engagement ziehen die Minis am Karfreitag und Karsamstag jeweils morgens und mittags durch die Straßen von Leopoldau. Ihr Ratschen erinnert die Bevölkerung an die Gebetszeiten und die Gottesdienste – ein hörbares Zeichen lebendigen Glaubens und gelebter Gemeinschaft.
Unter der engagierten Leitung von Elisabeth Hauk-Frühwirt wird dieser alte Brauch mit viel Begeisterung weitergeführt. Seit 2015 ist das Ratschen in der Karwoche zudem als Immaterielles Kulturerbe in Österreich anerkannt.
Während früher die Kinder als Dank mit Eiern belohnt wurden, freuen sie sich heute über Süßigkeiten oder eine kleine Spende zur Unterstützung der Ministrantenarbeit.
Ein herzliches Dankeschön gilt Elisabeth Hauk-Frühwirt für die Organisation – sowie gemeinsam mit Petra Lorenz auch für das köstliche Mittagessen, das sie für alle vorbereitet haben.
- Hector Pascua