
Eine Frage, die sich doch immer mehr stellt. Fasten wird immer schwieriger, viele Ideen prasseln auf uns ein. Jetzt muss ich auch schon sagen: früher war vieles einfacher. Freitag kein Fleisch, Aschermittwoch und Karfreitag strenger Fasttag. Daran hat man sich gehalten und seine christliche Aufgabe erfüllt.
Heute prasseln viele Vorschläge auf uns ein, einige Plakate finden sich in unserer Sakristei: Autofasten, Handyfasten.
Was ist FASTEN?
Fasten, Abstinenz und Verzicht sind Mittel der Umkehr und Neuausrichtung auf Gott. Fasten soll das Herz für den Dienst an Gott und den Menschen frei und für neue religiöse Erfahrungen empfänglich machen. „Fasten ist ein Format, das das Leben verbessert“, sagt Franz Meurer, Pfarrer in Köln-Vingst und Höhenberg.
Doch Fasten kommt auch ohne Verzicht aus: Gläubige können sich intensiver dem Gebet widmen, an Hilfswerke oder andere gute Zwecke spenden oder ihren Mitmenschen mehr Zeit und Aufmerksamkeit schenken.
Es geht nicht immer darum, auf etwas zu verzichten. Man kann auch etwas tun, der Nachbarin einkaufen gehen, mit einem Kind lernen, das sich schwer tut. Vielleicht einmal mehr in die Kirche gehen, Angebote hierfür gibt es, in Leopoldau das Morgengebet und den Kreuzweg, vielleicht für manche ein Opfer, aber es bringt Gemeinschaft, Gebet.
2026 ist ein besonderes Jahr: Wenn Christen und Muslime am selben Tag zu fasten beginnen – ein Ereignis, das nur selten eintritt –, entsteht ein Augenblick ungewohnter Nähe. Zwei Traditionen, die sich im Alltag oft fremd bleiben, folgen gleichzeitig einem Weg der Konzentration, des Verzichts und der Versöhnung. Diese Gleichzeitigkeit lädt dazu ein, das Verbindende neu wahrzunehmen.
Es passiert nur sehr selten, dass die christliche Fastenzeit und der islamische Ramadan am selben Tag beginnen. Der eine Kalender folgt der Sonne, der andere dem Mond – normalerweise laufen sie aneinander vorbei. Dieses Jahr berühren sie sich. Am 18. Februar begannen Katholiken und Muslime ihre jeweiligen Fastenzeiten. Das wirkt unscheinbar und ist doch bemerkenswert: Ein gemeinsamer Startpunkt kann den Blick öffnen für Traditionen, die einander fremd erscheinen und doch tief miteinander verbunden sind.
Fasten ist in beiden Religionen ein Weg der Sammlung. Ein Weg, der nicht trennt, sondern Erfahrungen teilt: Hunger, Konzentration, innere Klärung, der Wunsch nach Versöhnung. In einer Zeit, in der religiöse Debatten häufig über Lautstärke funktionieren, erinnert diese Koinzidenz daran, dass Spiritualität im Alltag beginnt – und im Alltag verbinden kann. (Quelle: ED Wien, G. Schimmerl)
Ihnen eine besinnliche Fastenzeit!
Tel: 0664 876 9552 -anniglas

